Wissenschaft : Jakob im Chemie-Labor

Jakob staunt: Durch Kohle bleibt die Tinte im Filter hängen und das blau-schwarze Tintenwasser wird wieder klar.
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Jakob staunt: Durch Kohle bleibt die Tinte im Filter hängen und das blau-schwarze Tintenwasser wird wieder klar.

Experimentieren ist wie Zauberei: Da wird Wasser erst blau, dann schwarz und am Ende wieder durchsichtig.

shz.de von
07. Januar 2015, 01:11 Uhr

Blaues Wasser fließt durch einen Filter in ein Becherglas. Es ist mit Tinte gefärbt. Josefine rührt Pulverkohle hinein. Die blaue Flüssigkeit wird tief schwarz. Jakob gießt das Gemisch erneut durch den Filter und macht große Augen: Jetzt bleibt die Farbe hängen. Klares Wasser tropft in den Becher.

Der Siebenjährige faltet sein Filterpapier auseinander. Er guckt und staunt. „Das sieht aus wie blaue Sonnenstrahlen“, freut sich Jakob. Gerade hat er herausgefunden, wie ein Chemikant verschmutztes Wasser reinigen kann. Was wie Zauberei wirkt, ist reine Chemie. Die Kohle bindet die Tinte, erklärt Niklas Staak, Auszubildender bei der Firma Bayer.

Seit zehn Jahren erklären Auszubildende von den Chemieunternehmen Sasol und Bayer Schülern ihre Welt der Chemie. So lange gibt es in Brunsbüttel das Kinder-Mitmachlabor. Es hat gerade Geburtstag gefeiert.

Mehr als 5000 Schüler haben schon mit Kittel und Brille am Experimentiertisch gestanden und die verschiedensten Versuche ausprobiert. Während Josefine und Jakob Tintenwasser filtern, erforschen ihre Mitschüler wasserlösliche Filzstifte. Sie malen damit auf Filterpapier und halten die Filter ins Wasser. Langsam steigt es hoch und nimmt dabei die Farbe mit. Die verläuft. Dann sind unterschiedliche Farbstreifen auf dem Filter zu sehen.

Die Schüler erkennen: In der schwarzen Filzstiftfarbe stecken auch Rot und Blau. Mit dem Versuch erkennt man die verschiedenen Farbstoffe, aus denen schwarze Filzstiftfarbe gemacht ist. Damit lernen sie, was auch große Chemiker können müssen.

Finja Sommer zum Beispiel macht ähnliche Versuche in ihrer Ausbildung zur Chemikantin. Da hat sie zum Beispiel einmal eine Kopfschmerztablette bekommen und sollte herausfinden was drin ist. Dabei ist sie ähnlich vorgegangen, wie in dem Filzstift-Versuch, erzählt sie. Für das Kinderlabor kann man sich mit der Schulklasse anmelden. Der Besuch ist kostenlos. Nur die Anfahrt muss die Schule selbst planen.

> Kontakt: Jürgen Peters, Tel. 04852/392363, E-Mail: Juergen.Peters@de.sasol.com

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