Politik : Ist Afghanistan ein sicheres Land?

Diese Schüler protestierten, weil sie die Abschiebung eines Mitschülers in sein Herkunftsland Afghanistan verhindern wollten.
Diese Schüler protestierten, weil sie die Abschiebung eines Mitschülers in sein Herkunftsland Afghanistan verhindern wollten.

shz.de von
02. Juni 2017, 17:19 Uhr

Vor dem Polizei-Auto sitzen Menschen auf dem Boden. Auch drumherum stehen viele Leute. Polizisten versuchen, sie zum Weggehen zu bewegen. Doch die Menschen wollen nicht, sie wehren sich sogar.

So chaotisch sah es am Mittwoch vor einer Berufsschule in der Stadt Nürnberg aus. Der Grund dafür: In der Schule gibt es einen Schüler aus dem Land Afghanistan. Er soll zurück in seine Heimat geschickt werden. Die Menschen in Nürnberg wollten das verhindern. Doch die Polizei nahm den Schüler mit. Denn wer in Deutschland nicht das Recht bekommt, zu bleiben, wird abgeschoben. Derjenige muss dann zurück in sein Heimatland, ob er will oder nicht. Das Ganze nennt man Abschiebung.

Wer bleiben darf und wer nicht, entscheidet eine spezielle Behörde.

Die Entscheidung hängt unter anderem davon ab, aus welchem Land jemand kommt. Wer zum Beispiel aus dem Land Syrien vor dem Krieg flüchtet, darf in der Regel bleiben.

Auch aus Afghanistan kommen viele Menschen zu uns, weil sie sich in ihrem Land nicht sicher fühlen. Es gibt zum Beispiel immer wieder Bomben-Anschläge. Trotzdem werden Menschen aus Afghanistan häufiger in ihre Heimat abgeschoben. Denn der deutsche Staat sagt: In Afghanistan gibt es auch Regionen, die sicher sind.

Bernd Mesovic setzt sich für Flüchtlinge ein. Er sieht das anders: „Afghanistan ist nicht sicher. In quasi allen Regionen gab es in den letzten Monaten Anschläge“, sagt er. Auch am Mittwoch explodierte in der Hauptstadt des Landes eine Bombe. Dabei starben Menschen.

Seitdem überlegen wieder mehr Leute: Ist es in Ordnung, Menschen nach Afghanistan zurückzuschicken? Oder ist es zu gefährlich?

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