zur Navigation springen

Grosses Kino mit Tieren : Im Schaukelgang durch die Wüste

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kamele und viele andere Tiere sind die Helden in den Filmen des Green Screen Festivals, das morgen in Eckernförde startet.

„Wüstenschiffe – von Kamelen und Menschen“: So heißt einer der Naturfilme beim Green Screen Naturfilmfestival, das morgen beginnt. Aber warum werden Kamele eigentlich auch Wüstenschiffe genannt? Franziska Clauss, Biologin und Greenscreen-Mitarbeiterin weiß es:

Zu den Kamelen gehören viele verschiedene Tiere: das zweihöckrige Trampeltier, das einhöckrige Dromedar und sogar die Lamas, die gar keine Höcker haben. Ihre Verwandtschaft erkennt man am Passgang. Das bedeutet, dass sie beim Traben abwechselnd beide rechte und beide linke Beine gleichzeitig vorsetzen. Die meisten Tiere traben diagonal versetzt – das könnt ihr bei Hunden und Pferden beobachten.

Kamele kommen sehr lange ohne Wasser aus und können daher auch in Wüsten leben. Und weil sie auch als Reittiere benutzt werden und man beim Passgang hin und her geschaukelt wird wie auf einem Boot bei hohem Wellengang, wurden sie eben auch Wüstenschiffe genannt.

Viele Menschen glauben immer noch, dass Kamele in ihren Höckern Wasser speichern. Dieser „Wasserrucksack“ ist eine schöne Vorstellung und passt zu den Beobachtungen, dass Kamele so lange ohne zu trinken auskommen, aber das stimmt nicht. In den Höckern wird Fett gespeichert für „Notzeiten“ und dass das da oben ist, hat den Vorteil, dass es das Kamel nicht rundum wärmt, denn es lebt ja in heißeren Regionen.

Zum Wassersparen haben Kamele andere Tricks: Sie schwitzen erst bei Temperaturen deutlich über 40 Grad Celsius, sie haben dickflüssigen Urin und knochentrockenen Kot und überleben sogar einen Wasserverlust von 40 Prozent ihres Körpergewichts (wir Menschen dürfen nur bis zu 14 Prozent Wasser verlieren). Wenn sie dann wieder Gelegenheit haben zu trinken, können sie locker 100 Liter auf einmal saufen. Kein Wunder, dass Menschen die genügsamen Kamele schon seit knapp 5000 Jahren nutzen – als Reit- und Lastentiere oder auch als Woll- und Milchlieferanten.


> Heute beginnt das Green Screen Festival und verwandelt die Stadt Eckernförde bis zum 9. September in eine Naturfilm-Metropole. Immer dabei: Maskottchen Palle, der Papageientaucher. Er steht für das kinderfreundliche Filmfestival – bei dem es auch tolle Aktivitäten gibt wie das Natur-Entdecker-Programm im Umweltinfozentrum für 5- bis 14-Jährige am Sonnabend. Infos und Anmeldung: www.greenscreen-festival.de oder Tel. 04351/476 491.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Sep.2013 | 18:35 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen