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Tiere : Im Kinderzimmer der Kegelrobben

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf einer winzigen Nordsee-Insel bringen viele Kegelrobben ihre Babys zur Welt. Für sie ist es ein idealer Ort.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2015 | 18:40 Uhr

Der Wind pfeift über den Strand, und der Himmel ist grau. Auf der Düne, einer kleinen Nachbarinsel von Helgoland, kann es ziemlich kalt und ungemütlich werden. Aber viele Kegelrobben suchen sich genau dieses Fleckchen Erde in der Nordsee aus. Und zwar als Kinderzimmer für ihren Nachwuchs. Hier bekommen die Mütter im späten Herbst und bis in den Januar hinein ihre Babys.

„Die Kälte macht ihnen nichts aus“, sagt der Experte Rolf Blädel. Er lebt auf Helgoland und sieht regelmäßig nach, wie es den Tieren geht. „Die Kegelrobben-Weibchen haben eine dicke Speckschicht von rund acht Zentimetern“, sagt er. Das ist dicker als jede Winterjacke. Und auch ihre Babys werden gut gegen Kälte und Wind geschützt.

„Die Milch von den Müttern enthält mehr als zur Hälfte Fett. Die Milch ist damit noch deutlich fetthaltiger als Sahne“, sagt Rolf Blädel. Mit dieser Milch futtern sich die Robbenbabys rund drei Wochen lang eine Speckschicht an. „Sie nehmen pro Tag rund ein bis zwei Kilogramm zu“, sagt der Fachmann. „Das werden innerhalb kürzester Zeit richtige kleine Moppel. Die Kälte stört sie nicht.“ Außer der Speckschicht haben sie auch noch ein besonders wärmendes, weißes Robbenfell.

Viele Kegelrobben kommen von weit entfernten Inseln angeschwommen, um ihren Nachwuchs auf der Düne zur Welt zu bringen. „Einige Geburten hatten wir in den vergangenen Tagen schon, aber die meisten Robbenbabys erwarten wir im Dezember“, erzählt Rolf Blädel.

Die Düne sei für die Kegelrobben ein guter Ort zum Großwerden. „Hier liegen die Jungtiere hoch und sicher. Sie sind gut vor Stürmen oder Hochwasser geschützt“, sagt der Experte. Die jungen Kegelrobben könnten auf der Düne in der Regel erst einmal auf einem weitgehend trockenen Strand bleiben, und das sei für die Tiere wichtig. Denn ihr Babyfell halte keine Nässe ab.

„Die Jungtiere wechseln ihr Fell erst nach einigen Wochen“, sagt Blädel. „Sie gehen auch erst dann in die Nordsee.“ Das Schwimmen müssten sie nicht lernen. Und wie sie im Meer auf Beutejagd gehen, auch nicht. „Die Tiere können das einfach so“, sagt der Robbenschützer. „Das sind Naturtalente.“

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