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Biologie : Hilfe für Hummer-Winzlinge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rund um die Insel Helgoland gibt es nur noch wenige dieser Meerestiere. Mit einer Baby-Station soll sich das ändern.

Er wartet darauf, dass er groß ist und ins Meer darf. Der kleine Hummer dümpelt in einer Plastikschale im Wasser. Er tut nicht viel mehr als: fressen und wachsen. Der Hummer ist jetzt knapp so lang wie ein Kinderdaumen. In wenigen Tagen wird er mit einem Boot auf die Nordsee gebracht und ins Wasser gesetzt.

Rund ein Jahr war er im Helgoländer Ökolabor. Das ist eine Art Baby-Station für die Meerestiere. Hier ziehen Fachleute einige Hundert Hummer-Babys groß. So lange, bis sie alt und kräftig genug sind, um allein im Meer zu leben und sich vor Feinden zu schützen. „Wir hoffen, dass damit wieder mehr Hummer rund um Helgoland überleben“, sagt Christopher Groß (Foto). Die Hummer leben in einer Aufzuchthalle in Plastikwannen. Sie sind streng getrennt voneinander. Alles andere wäre zu gefährlich. „Hummer sind Einzelgänger. Sie wollen nicht zusammen sein, sie würden sich sonst gegenseitig verletzen oder auffressen“, sagt Christopher Groß.

Wenn Fischer ein Hummer-Weibchen fangen und sehen, dass es Eier hat, geben sie es auf Helgoland ab. Hier werden die Mütter gefüttert und gepflegt, bis die Larven schlüpfen. Neun bis elf Monate dauert das. Einige Tausend Hummer-Babys gibt ein Weibchen dann ab.

Beim Schlüpfen sind die Tiere winzig, nicht einmal so groß wie ein Fingernagel. In der Natur ist das gleichzeitig ein Vor- und ein Nachteil. „Hummer können nicht sehr schnell laufen, aber die kleinen Larven können sich mit den Meeresströmungen überall im Meer verteilen und ein eigenes Revier finden“, sagt Christopher Groß. „Das Problem ist nur, dass sie in diesem Zustand sehr verletzlich sind und schnell gefressen werden. Nur ein extrem kleiner Teil der Larven überlebt.“ Die kritische Zeit, wenn die winzigen Hummerverletzlich sind, soll in dem Ökolabor überbrückt werden. Die Meerestiere werden dort deshalb mit viel Geduld aufgezogen.

Als Larven bekommen sie klitzekleine Wassertiere und Pflanzen zu fressen. Später kleine Salzkrebse, Flohkrebse und Wasserasseln. „Hummer langweilen sich schnell und mögen eine abwechslungsreiche Speisekarte“, erzählt Christopher Groß.

Der kleine Hummer in der Plastikschale bekommt sein Futter aber bald nicht mehr auf Helgoland serviert. Wenn er in die Nordsee entlassen wird, muss er es sich selbst suchen.

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erstellt am 13.Aug.2015 | 05:01 Uhr

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