zur Navigation springen

Feiern : Herzlichen Glückwunsch, lieber Baum!

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was versteckt sich hinter dem Feiertag Tu BiSchwat?

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2015 | 01:07 Uhr

„Weil wir Geburtstag haben, sollen die Bäume auch Geburtstag haben. Die sind ja auch mal geboren“, erklärt Janne. Janne ist sechs Jahre alt und geht in die Kita Zauberwald in Westerrönfeld, ganz nah am Nord-Ostsee-Kanal. Dort ist sie in der Waldgruppe und kennt sich deshalb ziemlich gut mit Pflanzen aus. Aber dass Bäume auch Geburtstag haben, weiß sie erst seit Kurzem.

Der Tag, an dem alle Bäume gleichzeitig gefeiert werden, hat einen komplizierten Namen: Tu BiSchwat. Dieser Feiertag ist in Deutschland ziemlich unbekannt, aber in einem Land kennt ihn jeder: In Israel – das ist mit dem Flugzeug vier Stunden von uns entfernt. Etwa die Hälfte von Israel besteht aus Wüste, es gibt dort also nicht so viele Bäume wie bei uns. Die Menschen freuen sich deshalb ganz besonders über deren Schatten und die Früchte, die an ihnen wachsen.

Die meisten Einwohner von Israel sind Juden. Sie gehören einer Religion an, die 4000 Jahre alt ist – und damit doppelt so alt wie das Christentum. Genau wie Christen glauben Juden auch an Gott, aber abgesehen von dieser Gemeinsamkeit gibt es auch viele Unterschiede: Zum Beispiel die Feiertage. Für jüdische Kinder ist es selbstverständlich, an Tu BiSchwat neue Bäume zu pflanzen. Diese Idee fanden die Kinder der Kita Zauberwald so toll, dass sie in diesem Jahr auch Tu BiSchwat gefeiert haben. Gemeinsam haben sie sogar eine ganze Ausstellung über den Baum-Geburtstag gebastelt. Dabei sind bunte Kunstwerke entstanden, die seit gestern im Jüdischen Museum in Rendsburg ausgestellt werden. Da ist auch ein Fähnchen zu sehen, dass die sechsjährige Janne zum Geburtstag für einen Mini-Baum gebastelt hat. Darauf steht: „Werde schön groß und stark, damit dich jeder wachsen sehen kann.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen