Weltmeisterschaft : Geheimsache Fußball-Trikot

Jürgen Rank hat zusammen mit seinen Kollegen die aktuellen deutschen WM-Trikots entworfen.
Jürgen Rank hat zusammen mit seinen Kollegen die aktuellen deutschen WM-Trikots entworfen.

Wer denkt sich die Muster des Nationalteams eigentlich aus?

shz.de von
12. Juni 2018, 07:31 Uhr

Anpfiff! Zwei Mannschaften stehen sich auf dem Fußballplatz gegenüber. Doch wer ist eigentlich wer? Manche Zuschauer werden sich das bei der Weltmeisterschaft in Russland wieder fragen.

Zum Glück spielen die Teams oft in ähnlichen Trikots. Die Brasilianer zum Beispiel laufen meist in Gelb über den Platz. Die Franzosen sind für ihre blauen Trikots bekannt.

Deutschland spielt meist in Schwarz-Weiß, manchmal in Grün. Am Sonntag steht für die Deutschen das erste Spiel an. Jürgen Rank wird dann aufgeregt vor dem Fernseher sitzen. Er arbeitet bei Adidas, einer großen Firma für Sportartikel. Der Mann ist Designer (gesprochen: diseiner) von Beruf und hat gemeinsam mit Kollegen die deutschen Trikots entworfen. „Die dann im Fernsehen zu sehen, beim ersten Spiel – das ist ein ganz besonderes Gefühl“, sagt er.

Zwei Jahre haben Jürgen Rank und seine Kollegen an den Trikots getüftelt. Wie sie aussehen, ist lange streng geheim. Vor etwa einem halben Jahr wurden die ersten vorgestellt. „Die Trikots sind tatsächlich Geheimsache. Hier gilt die höchste Sicherheitsstufe“, erklärt der Fachmann.

Damit auch wirklich alles geheim bleibt, arbeiten Jürgen Rank und seine Kollegen in einem besonderen Gebäude. Um in den Bereich für die Designer zu kommen, braucht man einen speziellen Ausweis. Hier werden nicht nur die Trikots für die deutsche Mannschaft entworfen, sondern auch für große Vereine, wie den FC Bayern München und Real Madrid.

Alles beginnt mit einer ersten Idee. Zum Beispiel mit dieser: Die Trikots von 2018 sollen an die Trikots von 1990 erinnern. Damals wurde die deutsche Mannschaft zum dritten Mal Weltmeister. Die Trikots von damals waren etwas Besonderes. Denn zum ersten Mal waren sie nicht rein weiß. Bunte, gezackte Streifen verliefen über die Brust: in Schwarz, Rot und Gold – wie die Deutschland-Fahne.

Diese Idee haben die Fachleute aufgenommen, etwas verändert und modern gemacht. Retro nennen das die Designer. Heute ist auf der Brust wieder ein Muster zu sehen – aber nicht bunt, sondern mit schwarzen Streifen. „Die sind unterschiedlich dick. Deshalb meinen viele, die Streifen wären unterschiedlich grau“, sagt Jürgen Rank. Außerdem sehe es aus, als würde sich das Muster bewegen.

Erst später suchen die Designer Stoffe und Farben aus. Dann stellen sie die ersten Trikots her – erst mal als Test: Ist der Kragen zu groß oder zu klein, sitzt das Trikot gut? Wie sehen die Farben aus? Viele Dinge können sich die Designer frei ausdenken. Es gibt aber auch ein paar Sachen, die sie nicht verändern dürfen. Das Wichtigste: Das Haupttrikot der deutschen Mannschaft bleibt weiß.

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