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Kinder : Geburtstagsfete für Kinderrechte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit 25 Jahren gibt es die UN-Kinderrechtskonvention. Für Schüler in Itzehoe war das der Anlass für eine Party.

Konstancia und Nele (Foto) klatschen sich in die Hände. „Wette gewonnen“, freuen sie sich. In ihrer Schul-Mensa wird gefeiert. Auf der Bühne singt Mitschülerin Annabel „Setz dich ein, egal wie alt du bist, auch deine Stimme zählt.“

Wie kam es dazu? „Wetten, dass wir es schaffen, eine richtige Kinderrechte-Geburtstagsparty auf die Beine zu stellen, bei der auch Gäste kommen?“ Damit hatte die Klasse 7c der Auguste-Viktoria-Schule in dieser Woche ihre Lehrerin Ulrike Diek-Rösch herausgefordert. Die Lehrerin hielt dagegen. „Nach Unterrichtsschluss bleibt bestimmt kein Schüler freiwillig in der Schule“, sagte sie. Und machte dann große Augen.

Denn die 7c ließ sich nicht locker: „Wir machen ganz viel Werbung. Das schaffen wir!“, erklärten die Schüler. Zum 25. Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention wollten sie unbedingt mit einer besonderen Aktion an den Start.

Kinderrechte muss man bekannt machen: Die Party geht los

Gestern war es dann soweit: Mit lauter Musik, vielen Gästen, einem Kinderrechte-Hürdenlauf und einer Hausaufgabe für Angela Merkel feierten die Schüler aus Itzehoe ihre Kinderrechte-Geburtstagsfete.

Auf der Feier kamen die Siebtklässler bei Muffins und Keksen erstmals mit einigen Flüchtlingskindern direkt ins Gespräch. Denn die Daz-Klasse aus der Klosterhofschule war gekommen und feierte mit den Siebtklässlern mit. Annabel hatte sich dafür extra den Kinderrechte-Song ausgedacht. Mit der Band vom Jugendtreff in Itzehoe brachte sie ihn auf die Bühne.

Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Krieg

Mit Kinderrechten kennen sich die Siebtklässler aus. Schon im Sommer hatten sie sich als Unicef-Juniorbotschafter beworben und sich für Kriegskinder in Syrien eingesetzt. Sie haben sich in die Kinder hineinversetzt und ausgedachte Tagebucheinträge geschrieben. Damit wollten sie darauf aufmerksam machen, wie es den Kindern im Kriegsgebiet geht. Mit ihrer Aktion „Wir machen Krach, wenn Kinderrechte verletzt werden!“ holten sie den zweiten Platz und wurden zu Unicef Juniorbotschaftern.

Das war im Juni. Fünf Monate später organisieren die Siebtklässler für Kinder aus Krisengebieten hier in Schleswig-Holstein die Kinderrechte-Geburtstagsparty. Denn einige von ihnen wohnen mittlerweile in Itzehoe. Sie sind aus dem Krisengebiet geflüchtet und lernen nun in sogenannten Daz-Klassen deutsch.

Die Flüchtlingskinder haben ihre Heimat aufgegeben. Nele und ihre Mitschüler beeindruckt das. Athanassia wünscht sich, dass die Flüchtlingskinder spüren, dass an sie gedacht wird, damit sie sich hier in einem fremden Land nicht ausgeschlossen fühlen.

Kinder haben ein Recht auf Freizeit

Laut klang ihre Botschaft durch den Raum und wurde sogar bis nach Berlin gehört.

Zu der Kinderrechte-Party kam nämlich ein besonderer Gast: Der Bundestagsabgeordnete und SPD–Politiker Ernst Dieter Rossmann (Foto) wollte sich persönlich anhören, welche Kinderrechte den Juniorbotschaftern besonders wichtig sind.

Ihm übergaben Fine und Niclas (Foto) eine Schultüte mit Wünschen an die Politik, die sie vorbereitet hatten – ihre Hausaufgabe für Angela Merkel. Ihr Hauptanliegen: „Wir wollen G8 statt G9, weil es auch ein Kinderrecht ist Freizeit zu haben und sich zu erholen“, erklärte Jette. Sie ist Fahrschülerin, und an manchen Tagen erst um 16 Uhr zu Hause.

Konstancia findet die Montage blöd, an denen sie erst um 17 Uhr aus der Schule kommt, weil die Busse dann so spät fahren. „Justin hat sogar nur eine Stunde Zeit für sich selbst“, betonte Nele. Seinen Tagesablauf hatten die Schüler als Beispiel mit in die Schultüte gepackt.

Ernst Dieter Rossmann versprach, die Schultüte mit nach Berlin zu nehmen und an Familienministerin Manuela Schwesig zu übergeben. Sie hat die Aufgabe, sich für Krippen und Kindertagesstätten einzusetzen. Außerdem kümmert sie sich darum, dass Flüchtlingskinder, die nach Deutschland kommen, gut untergebracht sind, erklärte der Rossmann. Er freute sich sehr über den Auftrag der Juniorbotschafter.

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erstellt am 21.Nov.2014 | 01:55 Uhr

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