zur Navigation springen

Film : Fürs Kino musste Trenk sich ändern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kirsten Boie hat die Abenteuer des kleinen Ritters Trenk aufgeschrieben. Jetzt kommt er ins Kino.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2015 | 01:25 Uhr

Bald ist es so weit, „Ritter Trenk“ kommt am 5. November als Film in die Kinos. Kina-Reporter Luis hat die Erfinderin, des kleinen Ritters und seiner Freunde, Kirsten Boie getroffen und Fragen zum neuen Film gestellt.

Wie sind Sie auf die Idee zur Geschichte von Ritter Trenk gekommen? Fanden Sie die Zeit der Ritter schon immer interessant?

Nein, ich persönlich fand die Ritter überhaupt nicht interessant. Aber meinem Sohn und seinen Freunden gefielen Ritter sehr. Ich fand die einfach zu kriegerisch. Allerdings wollte ich auch ein Buch schreiben, das auch wirklich Jungen gut finden. Thekla, das Mädchen in der Geschichte, habe ich eingebaut, damit das Buch auch Mädchen gefällt.

Hätten Sie gedacht, als Sie das erste Ritter Trenk Buch geschrieben haben, dass die Geschichte mal im Fernsehen und jetzt sogar im Kino zu sehen sein wird?

Nie im Leben! Wer denkt so was? Das hat mich wirklich überrascht. Jetzt nachträglich kann ich es mir erklären, weil Ritter so interessant sind.

Konnten Sie an der Entstehung des Kinofilms mitarbeiten?

Beim Drehbuch konnte ich sehr lange und sehr viel mitreden. Aber das Wichtige an dem Film sind die Grafik und die Bilder. Da konnte ich dann nicht mehr mitreden, weil ich das nicht gut genug kann.

Gibt es viele Unterschiede in der Geschichte zwischen der Buchvorlage und dem Kinofilm?

Es hat sich einiges geändert. Allerdings sind die Figuren geblieben und deren Charakter. Auch dass Trenk es schafft, aus so schwierigen Verhältnissen Ritter zu werden, ist gleich. Dass das erhalten bleibt, war mir sehr wichtig. Dazu muss ich auch sagen, wenn man als Autor sagt, dass die Geschichte verfilmt werden darf, muss man sich im Klaren sein, dass sich die Geschichte verändern wird.

Die Figuren im Buch sehen ja ganz anders aus als im Film. Wie finden Sie das?

Die Figuren im Buch mag ich sehr, aber die hätten nicht im Film funktioniert. In einem Zeichentrickfilm braucht man klare Linien, die aus dem Buch sind mehr so wie Aquarelle. Das hätte nicht funktioniert. Mir gefällt es aber auch, dass Buch und Film jeweils eigene Zeichnungen haben.

Was   für   eine Beziehung hat Trenk zu Thekla?

Die wandelt sich ja sehr. Zu Anfang ist Thekla sehr sauer, dass Trenk als fremder Junge alles darf, was sie nicht darf. Natürlich ist das Verhältnis da nicht von Anfang an gut. Später sind Trenk und Thekla dann beste Freunde und man braucht für jede Situation beide. Sie schaffen die vielen Abenteuer immer nur, weil sie zusammenarbeiten.

Sie haben ja auch Drehbücher geschrieben. Ist das sehr anders, als ein normales Buch zu schreiben?

Ja es ist schon sehr anders. Wenn man Drehbücher schreibt, muss man sich das Ganze immer in Bildern vorstellen und muss auch alles in Bildern erklären. Beim Buch kann man sehr gut noch erklärende Texte einbauen. Das geht bei einem Film einfach nicht.

War Autorin schon immer Ihr Traumberuf?

Ja, schon als ich ein Kind war, wollte ich Bücher schreiben. Mit 15 hörte ich dann, dass nur sehr wenige Schriftsteller von ihrer Arbeit leben können. Als ich das gehört habe, dachte ich, ich möchte später auch von irgendetwas meine Miete bezahlen. Also, es war immer mein Wunsch. Doch dann bin ich erst Lehrerin geworden und nach einiger Zeit hab ich mit dem Schreiben von Büchern angefangen.

Was ist es für ein Gefühl, zu wissen, dass so viele Kinder in Deutschland ein Buch von Ihnen gelesen haben?

Ganz toll. Es ist nicht nur so, dass es mir Spaß bringt, die Bücher zu schreiben, sondern wenn ich mit meiner Arbeit fertig bin, freuen sich noch Leute darüber beim Lesen. Einfach wundervoll.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen