Tierschutz : Für bessere Tierhaltung

Hühner wollen im Sand scharren und picken. Das gehört zu einer artgerechten Haltung dazu.
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Hühner wollen im Sand scharren und picken. Das gehört zu einer artgerechten Haltung dazu.

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11. Januar 2018, 01:15 Uhr

Sie leben oft in engen Ställen und kommen nicht nach draußen: Tiere, die später als Fleisch auf dem Teller landen. Weil das Fleisch billig sein soll, müssen die Tiere leiden. Tierschützer veröffentlichten gestern einen Bericht darüber, den „Fleischatlas“. Sie fordern, Tiere artgerechter zu halten. Darum geht’s:

Was heißt artgerechte Tierhaltung?

Artgerecht bedeutet, die Tiere können sich so verhalten, wie sie es gerne tun und zum Beispiel herumlaufen. Für diese Haltung gibt es Regeln. Allerdings reichen diese nicht aus, damit sicher ist, dass es den Tieren wirklich gut geht, sagt Andreas Winkler. Er arbeitet für die Verbraucher-Organisation Foodwatch. Zwei Dinge hält er für wichtig: wie die Tiere leben und ihre Gesundheit.

Was bedeutet das genau?

Artgerecht bedeutet bei Hühnern etwa, dass sie scharren und picken können, wie in der Natur. Sie sind nicht gerne allein. Sie wollen aber auch nicht ständig eng zusammen hocken. In vielen Betrieben, die Eier oder Fleisch produzieren, passiert das jedoch. Das spart Geld.

Hilft es den Tieren, wenn man zum Beispiel Bio-Fleisch kauft?

„Tiere aus Bio-Haltung haben es zwar besser, weil sie mehr Platz haben und nach draußen dürfen“, sagt Andreas Winkler. „Aber sie werden auch oft krank. Auch Bio-Fleisch kommt oft nicht von einem gesunden Tier.“ Denn Fleisch darf auch verkauft werden, wenn das Tier etwa eine Entzündung an den Klauen hatte. Dafür wünscht sich Andreas Winkler strengere Regeln. Dann müsste der Bauer mehr darauf achten, dass alle Tiere auch gesund sind. Das alles kostet mehr Geld.

Wäre es besser, gar kein Fleisch zu essen?

„Wir wollen nicht vorschreiben, was die Leute essen sollen“, meint Andreas Winkler. In Deutschland verzichtet nur ein kleiner Teil der Menschen auf Fleisch. „Solange sich das nicht ändert, müssen wir zumindest dafür sorgen, dass es den Tieren in den Ställen gut geht.“

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