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Flüchtlingskinder : Freunde finden und Deutsch lernen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gemeinsam essen, lernen, spielen und Sport machen: Bei „Max und Milla“ in Husum kommen Kinder aus aller Welt zusammen.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2015 | 01:31 Uhr

Nach der Schule geht’s gleich  zu   „Max und Milla“. So heißt die Schülerbetreuung der Bürgerschule in Husum. Und dort gibt es mittags, wenn die Grundschüler kommen, erstmal etwas zu essen, zum Beispiel Frikadellen mit Kartoffeln und Erbsen. Lecker, alle hauen rein. Nach dem Essen machen die Schüler Hausaufgaben.

„Da meinten manche schon mal, Sharife und ich dürfen nicht nebeneinander sitzen, weil wir voneinander abschreiben könnten. Dabei sind wir gar nicht in derselben Klasse“, sagt Sofia. Die beiden neunjährigen Mädchen gehen zwar beide in die dritte Klasse der Bürgerschule, aber Sofia ist in der 3a und Sharife in der 3c. Die beiden wurden sogar schon für Zwillinge gehalten, erinnert sich Sofia. Das liegt aber wohl nur daran, dass die beiden am Nachmittag unzertrennlich sind – beste Freundinnen eben.

Dabei haben sie sich vor zwei Jahren noch gar nicht gekannt. Sofia ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Sharife aber kommt aus Afghanistan. „Dort war Krieg. Wir konnten nicht zur Schule gehen“, erzählt Sharifes Bruder Sajjad (12).

Aus ihrer Heimat sind Sajjad, Sharife und ihrer Schwester Fatima (8) mit ihrer Mutter geflohen. Ihr Weg führte sie über Griechenland, wo die Geschwister eine Zeit lang von der Mutter getrennt wurden. „Dann mussten wir in einem Kinderheim bleiben. Die Zeit war für uns sehr schwer“, erzählt Sajjad. Als sie dann nach Husum kamen, konnten sie zwar neben ihrer Muttersprache auch Griechisch, aber kein Deutsch. Sie konnten die anderen Kinder in ihrer Schule überhaupt nicht verstehen.

„Am Anfang fand ich Sharife komisch“, erzählt Sofia. Doch dann hat sie das Mädchen, das von so weit her kam, in der Nachmittagsbetreuung „Max und Milla“ näher kennen gelernt. Und die beiden haben festgestellt, dass sie beide gern Hunde mögen und Pferde.

Bei „Max und Milla“ sind viele Kinder, die aus anderen Ländern kommen, fast die Hälfte. Das liegt vor allem daran, dass an der Bürgerschule alle Schüler, die aus dem Ausland in die Husumer Gegend kommen, Deutsch lernen.

Wenn die Kinder hier gemeinsam spielen, tanzen, Fußball spielen oder basteln, lernen Sajjad, Sharife und Fatima ganz nebenbei die Sprache des Landes, in dem sie jetzt leben. Das ist wichtig, damit sie in der Schule mitkommen. Denn sie wollen viel lernen und später einmal einen Beruf machen, mit dem sie anderen helfen können – zum Beispiel Ärztin. Das würden die Freundinnen Sofia und Sharife gern werden.

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