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Kina-Sieger 1 : Freddies geniale Idee

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie ein Kobold Weihnachten rettet: Mit dieser Geschichte gewinnt Jan Tischmeyer, 11 Jahre, aus Schnarup-Thumby den ersten Preis. Das R.E.V.-Air-Set.

„Mist, Mist, Mist“, schrie der Weihnachtsmann und trampelte wie besessen auf dem kaputten Schlitten herum. „Heute ist der 20. Dezember und in vier Tagen ist Heiligabend. Wenn wir den Kindern keine Geschenke bringen können, dann… dann…“

Er traute sich nicht, den Satz zu vollenden. Sein Kinn zitterte leicht und dann weinte er auch schon los: „Die ganze Freude an den Geschenken, den Spaß, sie auszuprobieren.“ Er seufzte. „Ich hab alles versaut!“, rief der Weihnachtsmann. „Wieso muss ich denn auch den Schlitten kaputtfahren?“

Ein paar Kobolde kamen aus der Geschenke-Fertigungshalle. „Was ist denn los?“, fragte der erste Kobold. „Man hört dich sogar in der Fertigungshalle!“ „Ich hab meinen Schlitten zu Schrott gefahren“, antwortete der Weihnachtsmann sowohl hitzig als auch aufgebracht, wobei sein Stimmpegel um das Doppelte anschwoll. „Ach entschuldigt, dass ich so aufbrausend bin, aber ich bin wütend auf mich selbst.“ Das sagte er, weil die Kobolde vor ihm gefühlt rund zwanzig Zentimeter geschrumpft waren. (An ihnen sah man besonders gut, dass sie geschrumpft waren, weil sie ja auch sonst nur so groß waren, wie die Lichterschneemänner aus LED-Lampen. Ihr wisst schon: Die, die man ja auch an Weihnachten in jedem zweiten Garten bestaunen kann, also ungefähr fünfzig bis sechzig Zentimeter groß.) Dann kam auch noch Freddie, der schlaueste Kobold von allen, aus der Geschenke-Lagerhalle und wollte wissen, was denn los sei. Also schilderte der Weihnachtsmann die ganze Geschichte noch einmal in allen Einzelheiten.

Freddies Gesicht war angestrengt, und deswegen wusste jeder, dass er eine Idee ausbrütete. „Einen Moment.“ Er rannte in die Lagerhalle und kam fünf Minuten später mit einem Päckchen wieder. „Na los, Max, Jake! Macht noch so ein Geschenk fertig.“ Und schon rannten die Kobolde flink in die Geschenke-Fertigungshalle. Währenddessen packte Freddie das Paket schon aus.

Es kam ein Karton zum Vorschein mit der Aufschrift: „Super-X-Drohne 2000 mit hochtechnologischer Swip-Force-Funktion – superschnell, superlange Akkulaufzeiten, superspaßig!“ Aus dem Karton holte er einen Quadrocopter mit einem Durchmesser von ca. fünfundvierzig Zentimetern. Auch ein Netzteil und ein Ladekabel fielen heraus. Als Freddie den Karton erneut schüttelte, kam auch noch die siebzigseitige Bedienungsanleitung zum Vorschein.

Die nächste Stunde verbrachten sie mit Büffeln, aber dann konnte Freddies Plan endgültig gelüftet werden. Der Weihnachtsmann hatte die ganze Zeit gedrängelt, er solle doch vernünftig sein und ihm seinen Plan erzählen. Doch Freddie blieb hart. Er fing an: „Also, ich wollte gerne an diese Drohne einen großen Styroporkasten anbauen.“ Er beauftragte zwei weitere Kobolde, die bis jetzt einfach herumgestanden hatten, ihm Styropor zu holen. „Da rein würde ich dann den Geschenkesack packen“, sagte er, „und einen Kobold, der die Geschenke in den Schornstein wirft. Da könnten sie sich ja abwechseln. Wir können das ganze Geschehen mit Hilfe der Kamera an der Drohne und dem Mikrochip, den wir einfach in den Fernseher stecken, überwachen.“

Der Weihnachtsmann, dessen Grinsen bei jedem Wort des Kobolds immer breiter geworden war, klatschte laut in die Hände. Auch die Kobolde, von denen sich mindestens hundert um die beiden versammelt hatten, klatschten Beifall. Dann endlich, am 24. Dezember, bewährte sich die Idee: Die Drohne musste nur ab und zu von Jake, dem Computerexperten der Kobolde, nach Hause gesteuert werden, um den Akku auszutauschen.

Der Weihnachtsmann hatte es sich auf der Couch gemütlich gemacht und aß Lebkuchen, Pralinen und Marzipan. „So lässt es sich auch mal aushalten“, sagte der Weihnachtsmann genüsslich. „Endlich  mal ein Weihnachten ohne Schnee, Stress und Kälte. Dieses Mal auf der Couch statt im Rentierschlitten.“


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erstellt am 24.Dez.2016 | 12:12 Uhr

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