Menschenskinder : Fauza und Kesia putzen Busse und sammeln Müll

Fauzas Familie ist arm. Deshalb muss er arbeiten – würde aber lieber zur Schule gehen und lernen.
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Fauzas Familie ist arm. Deshalb muss er arbeiten – würde aber lieber zur Schule gehen und lernen.

Kinderarbeit statt Schule: Das wollen zwei Jugendliche aus Indonesien nicht länger hinnehmen.

shz.de von
11. April 2018, 23:41 Uhr

Fauza und Kesia sind gerade sehr weit weg von ihrem Zuhause im Land Indonesien. Sie sind nach Schweden gereist zum Global Child Forum. Das ist eine Organisation, die sich für Kinder einsetzt. Dort erzählen sie bei einem Treffen unter anderem mit Politikern und Wissenschaftlern über ihre Heimat. Denn in ihrem Land müssen Kinder oft arbeiten – und dagegen kämpfen der 16-jährige Fauza und die 17-jährige Kesia. Wir haben mit den beiden über ihre Erfahrungen als Kinderarbeiter gesprochen.

Warum habt ihr als Kinder angefangen zu arbeiten?

Kesia: Meine Familie hatte kein Geld. In der fünften Klasse habe ich mich entschieden, meinen Freunden zu folgen und Straßensängerin zu werden. Am Anfang wollte ich das noch. Aber später baten meine Eltern mich immer wieder. Nun sammle ich zusammen mit ihnen und meinem kleinen Bruder auch noch Müll.

Fauza: Auch meine Familie ist sehr arm. Als ich zwölf war, habe ich mitbekommen, wie viel Geld meine Freunde als Putzleute in Bussen verdienen. Also fing ich auch damit an. Als ich nach einem Monat zur Schule zurückkam, geriet ich mit den Lehrern in Streit. Da schmissen sie mich von der Schule. Das machte mich sehr traurig.

Was macht ihr mit dem Geld, das ihr verdient?

Kesia: Ich benutze das meiste Geld, um Schulgeld für meine Schule zu zahlen. Mit dem Rest kaufe ich mir zum Beispiel zu Weihnachten Kleidung, weil meine Eltern das nicht mehr machen.

Fauza: Ich gebe die Hälfte meinen Eltern, die andere Hälfte ist für mich.

Geht es vielen Kindern in Indonesien so?

Kesia: Ja, leider. Es gibt Straßensänger und Müllsammler wie mich, aber auch Straßenverkäufer und Autowäscher. Andere arbeiten in Restaurants oder in Fabriken.

Bei dem Treffen gerade hören euch viele wichtige Leute zu. Was wollt ihr denen sagen?

Kesia: Kinder arbeiten nur, wenn die Eltern nicht genug verdienen. Wir wollen, dass die Eltern besser ausgebildet werden. Dann können sie bessere Arbeit bekommen. Eine andere Möglichkeit ist, den Eltern ein bisschen Geld zu geben, damit sie sich ein kleines Geschäft aufbauen können. Die Eltern können dann ihre Kinder finanzieren.

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