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Sport : Fair play – Fußball ohne Schiedsrichter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Niklas und seine Mannschaft machen selbst die Regeln bei ihrem Sport.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Niklas steht am Rand des Fußballfelds. Er und die anderen Spieler aus seiner Mannschaft warten darauf, dass sie auf den Platz dürfen und endlich spielen können. Alles sieht so aus, als würde hier gleich ein ganz normales Fußballspiel stattfinden. Es gibt Fußballspieler, Fans am Spielfeldrand und zwei Tore. Aber etwas fehlt: der Schiedsrichter.

„Bei uns gibt es keinen Schiedsrichter“, erklärt Niklas. Niklas ist der Torwart der Mannschaft. „Wenn wir entscheiden müssen, ob jemand gefoult hat oder ob ein Ball im Aus war, dann machen wir das alleine.“

Niklas spielt Fußball in der Fair Play Liga (gesprochen: fär pläi liga). In dieser Liga spielen Kinder, die jünger sind als elf Jahre. Das Besondere: Entscheidungen während des Spiels werden nur von den Kindern selbst getroffen. Auch die Trainer und Zuschauer mischen sich nicht ein. Wie das geht, zeigen Niklas und die anderen beim Spiel: Als es endlich losgeht, stürmen sie auf den Platz. Es dauert nicht lange, da schießt ein Junge den Ball ins Aus.

An dieser Stelle hätte es vielleicht einen Streit geben können zwischen den Mannschaften. Doch die Spieler sind sich einig. „Aus“, rufen sie alle gleichzeitig. Der Ball wird eingeworfen. Einen Schiedsrichter, der ihnen sagt, was sie tun sollen, brauchen sie nicht.

„Eine richtig schwierige Situation, in der wir uns nicht einigen konnten, gab es noch nie“, sagt Niklas. „Ich mag es, wenn wir alles selber machen“.

Und dann erklärt er: „Es ist gut, wenn die Erwachsenen sich nicht einmischen“. Manchmal gibt es aber Erwachsene, die alles besser wissen. Sie rufen während des Spiels ihren Kindern zu, was sie machen sollen. Auch Niklas kennt solche Eltern. In seinem Verein sind die Eltern jedoch nur zum Anfeuern mitgekommen. Sie schreien nicht herum und lassen Niklas und die anderen in Ruhe Fußball spielen.

Am Ende des Spiels geht Niklas zufrieden vom Platz. Seine Mannschaft hat gewonnen – mit 7:2. „Mit Schiedsrichter wäre das Spielen manchmal vielleicht einfacher“, sagt er, „aber ohne macht es mehr Spaß.“

 

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