Politik : Erst geht der Kater, dann der Regierungs-Chef

Vor dem Londoner Haus Downing Street 10 trat gestern ein kleiner Kater vor vielen Fotografen auf.
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Vor dem Londoner Haus Downing Street 10 trat gestern ein kleiner Kater vor vielen Fotografen auf.

Gestern wurde die Entscheidung bekannt: Die Briten wollen die EU verlassen.

shz.de von
25. Juni 2016, 01:49 Uhr

Auf diese Tür mit der Nummer 10 schauten gestern viele Leute. Sie gehört zu einem Haus in einer berühmten Straße in London – der Downing Street.

Dort wohnt der Regierungs-Chef des Staates Großbritannien: David Cameron. Gestern waren die Leute gespannt, was der Politiker tun würde. Denn die Menschen in Großbritannien hatten dafür gestimmt, dass ihr Staat aus der Europäischen Union austreten soll.

David Cameron war gegen diese Entscheidung gewesen. Am Morgen ließ der Politiker sich zunächst nicht blicken. Dafür zeigte sich ein anderer Bewohner des Hauses: Kater Larry. Das Tier wohnt dort seit einigen Jahren. Er ließ sich von den Fotografen ablichten.

Erst später folgte ihm der Regierungs-Chef. David Cameron teilte mit, dass er spätestens im Herbst zurücktreten will. Kater Larry hatte sich da schon davongeschlichen.

Brexit – Was bedeutet das für Europa?

Experte Paul Nolte erklärt: „Die EU funktioniert ein bisschen so wie eine Wohngemeinschaft. Man hat sich zusammengetan und teilt vieles. Nun hat ein Mitglied aber entschieden, dass es ausziehen will.“ Das heißt auch, dass es dann nicht mehr automatisch alles mit den anderen teilt. In der Gemeinschaft EU ist es zum Beispiel für die Länder sehr einfach, Geschäfte miteinander zu machen. Experten befürchten deshalb: Für Großbritannien könnte es in Zukunft schwerer werden, seine Produkte an die anderen zu verkaufen – und umgekehrt.

Das gilt auch für andere Bereiche: Innerhalb der Gemeinschaft können die Menschen zum Beispiel problemlos in einem anderen Land arbeiten. Wer sich in Zukunft länger in Großbritannien aufhalten will, braucht dafür möglicherweise eine Erlaubnis.

Wie beide Seiten nun zusammenarbeiten, werden sie wohl in langen Verhandlungen klären. Das kann mehr als zwei Jahre dauern. Und was bedeutet es für die Wohngemeinschaft EU und Großbritannien, wenn das Mitglied tatsächlich austritt? Der Geschichtsprofessor Paul Nolte ist sich sicher: „Auch wenn sie nicht mehr zusammenwohnen und alles teilen – befreundet bleiben sie aber trotzdem.“

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