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Interaktive Grafik : Entdecke das harte Leben in einer Burg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ritter hatten es im Mittelalter nicht leicht – und ihr Zuhause war kalt, windig und öde. Entdecke die Ritterburg in unserer interaktiven Grafik.

shz.de von
erstellt am 12.Jan.2014 | 14:40 Uhr

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Auf einer Ritter-Burg zu leben, war früher nicht immer so spaßig, wie man sich das vielleicht vorstellt. „Es war oft sehr hart und manchmal auch ziemlich öde. Viele Burgherren waren relativ arm“, erklärt der Burgen-Experte Gerhard Wagner. Er lebt und arbeitet seit vielen Jahren auf der Marksburg. Sie befindet sich im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Burg steht auf einem Berg, hoch oben über dem Fluss Rhein. So kann man sie schon von Weitem sehen. Gerhard Wagner sitzt in seinem Büro. Oben an der Decke kann man große, dunkle Holzbalken erkennen. In der Ecke steht eine schwere Ritter-Rüstung.

Das Leben auf einer Burg sei selbst heute nicht immer einfach, erzählt Herr Wagner. Es gebe zum Beispiel keinen Aufzug und keine Garage. Wenn Gerhard Wagner Lebensmittel einkauft, muss er später alles durch die Burg hinauf in seine Wohnung schleppen: über eine hölzerne Brücke, über schiefe Steine im Burghof und über schmale Treppen. Doch das alles sei kein Vergleich zum Leben auf einer Burg im Mittelalter, sagt der Experte. Dann macht er sich zu einem Rundgang durch den Palas auf. So nennt man das zentrale Wohngebäude einer Burg.

Gerhard Wagner läuft eine Treppe hinunter, geht durch die große Burg-Küche. Nun läuft er eine Treppe hinauf, biegt um die Ecke und durchquert den Rittersaal. Auf den Burgen sei es meist ziemlich ungemütlich gewesen, erklärt Gerhard Wagner. Gleichzeitig schließt er mit einem riesigen Schlüssel eine schwere Holztür auf. Auf den Burgen war es kalt, windig und dunkel. Vor allem im Winter. Denn im Mittelalter gab es lange Zeit keine Fenster aus Glas. Viele Fenster waren einfach offen und das das ganze Jahr über! Im Winter wurden sie deshalb oft mit Tierhäuten zugehängt. Oder sie wurden mit Fensterläden aus Holz dicht gemacht. Zusätzlich wurde oft noch Stroh in die Fenster gesteckt. „Dadurch war es auf den Burgen meistens auch noch ziemlich dunkel“, verrät der Fachmann. Auch eine Heizung gab es auf den Burgen nicht.

Nur wenige Räume hatten einen Kamin und wurden geheizt. Gerhard Wagner steht nun in einem Raum, dessen Wände mit dunklem Holz verkleidet sind. An einer der Wände lehnt eine Art Himmelbett, daneben steht eine schwere Truhe. „Das war der Wohnraum der Burgherren. Dort schliefen sie auch“, erklärt Gerhard Wagner. Durch die Holzverkleidung sollte die Wärme besser gespeichert werden. Doch richtig kuschelig wurde es trotzdem nicht. Schuld daran sind die dicken Mauern aus Stein. Man musste sich also schon dicht ans Feuer verkrümeln, um sich wenigstens ein bisschen aufzuwärmen.

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