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Sport : Eis-Flitzerin Anna freut sich auf Olympia

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Blitzschnell saust eine 15-Jährige übers Eis. Sie ist Short-Track-Profi. Sie darf im Februar mit dem deutschen Olympia-Team nach Sotschi fahren. Dort finden vom 7. bis 23. Februar die Winterspiele statt.

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 10:00 Uhr

Die meisten Menschen können sich die Olympischen Spiele nur im Fernsehen anschauen. Anna Seidel ist selbst dabei. Sie ist 15 Jahre alt und Short-Trackerin. Dabei saust sie auf Schlittschuhen über das Eis – so ähnlich wie beim Eisschnell-Lauf. Bei einem Rennen im November qualifizierte sie sich für die Olympischen Winterspiele. Anfang Februar gehen die Wettkämpfe in Russland los. Im Kina-Interview erzählt Anna Seidel, worauf sie sich am meisten freut.

Eisschnell-Lauf - die lange Runde

Auf Eis kann man Hockey spielen und Figuren tanzen oder im Kreis flitzen. Das machen Eisschnell-Läufer, zum Beispiel bei den Olympischen Spielen.

Im Eisschnell-Lauf gibt es zwei verschiedene Disziplinen. Das hat unter anderem mit der Länge der Runden zu tun. Auf der langen Runde fahren immer zwei Sportler gegeneinander, jeder auf einer anderen Bahn. Die Bahn ist etwa 400 Meter lang. Diese Disziplin heißt einfach nur Eisschnell-Lauf.

Shorttrack - die kurze Bahn

Zusätzlich zum Eisschnell-Lauf gibt es Wettkämpfe auf einer kleinen Runde. Sie ist nur rund 111 Meter lang. Diese Disziplin heißt Short-Track. Das ist Englisch und bedeutet Kurz-Strecke. Hier treten in der Regel vier Läufer gegeneinander an – und zwar gleichzeitig auf einer Bahn. Beim Überholen dürfen sie ihre Gegner nicht berühren. Da die Kurven enger sind als auf der großen Runde, purzeln die Sportler schon mal durch die Gegend. Deshalb tragen sie beim Short-Track einen Helm.

 

Du hast dich überraschend für die Olympischen Winterspiele qualifiziert. Wie war das für dich?

Anna Seidel: Ich habe nicht damit gerechnet. Ich habe auch großes Glück gehabt. Die drei Läufer vor mir sind in der letzten Kurve gestürzt. Und ich konnte einfach ins Ziel fahren. Das war super!

Wie haben deine Freunde und Klassenkameraden reagiert?

Die waren alle ganz baff und haben sich riesig gefreut. Viele haben mich angerufen auf dem Handy. Und andere haben mir auf meiner Facebook-Seite gratuliert. Außerdem haben natürlich Zeitungen und Fernseh-Sender angerufen und wollten Interviews.

Worauf freust du dich am meisten bei Olympia?

Ich freue mich darauf, die vielen bekannten Sportler dort zu sehen, die man sonst ja nicht unbedingt treffen kann. Und dann freue ich mich natürlich auf das Rennen und das Publikum!

Wie bist du eigentlich auf die Sportart Short-Track gekommen?

Ich hab früher eigentlich Leichtathletik gemacht. Mit meiner Mutter habe ich dann mal Short-Tracker auf dem Eis gesehen. Meine Mutter hat gesagt: Guck mal, die sind auch so klein und dünn wie du. Probier das doch auch mal! Das habe ich dann gemacht. Und ich fand es gleich cool!

Darum sind die Eisläufer so schnell

Die scharfen Kufen sausen über die Bahn: Eisschnell-Läufer können mit bis zu 60 Kilometer in der Stunde über das Eis flitzen. Das ist schneller als manches Autos in der Stadt. Um auf so ein Tempo zu kommen, nutzen Eisschnell-Läufer verschiedene Tricks.

Superman-Anzüge

Eisschnell-Läufer tragen keine normalen Klamotten, sondern zwängen sich in hautenge Anzüge. Damit sehen sie ein bisschen aus wie Superman. Normaler Stoff würde beim Fahren flattern und die Sportler bremsen.

Spezial-Schuhe

Auch auf die Schuhe kommt es an. Die Kufen sind länger und schmaler als bei normalen Schlittschuhen. Außerdem sind sie sehr scharf geschliffen. Dadurch haben die Läufer eine enge Verbindung zum Eis und sind besonders flott.

Glatt-Eis

Die Eisfläche ist blank poliert. Die Sportler können darin ihr Spiegelbild erkennen. Außerdem gießen Helfer regelmäßig etwas Wasser aufs Eis. Dadurch wird es besonders rutschig und es bleiben keine Rillen von den Kufen.

Turbo-Technik

Die Läufer starten mit kurzen Schritten. So geben sie richtig Gas. Dann machen sie sich auf der geraden Bahn besonders klein. So bieten sie dem Fahrtwind wenig Angriffs-Fläche. Mit den Armen beschleunigen sie. In den Kurven überkreuzen sie ihre Füße. Das ist ein bisschen so, als würde man seitwärts eine Treppe hochgehen.

Mit dieser Technik düsen sie besonders flink über die Eisbahn.

 

Erinnerst du dich noch an die erste Trainingsstunde?

Ja, da war ich erst neun Jahre alt. Ich musste mich am Anfang noch an der Seite festhalten. Ich konnte ja noch nicht richtig Schlittschuh-Laufen. Ich hab dann zugeguckt, wie die Großen das gemacht haben. Da habe ich mir gedacht: So will ich auch mal laufen können.

Was macht dir an dem Sport so viel Spaß?

Zum einen die Geschwindigkeit. Vielleicht auch, dass man manchmal ein bisschen die Kontrolle verliert und sich einfach gleiten lässt. Und der Wettkampf mit den anderen Läufern ist natürlich besonders spannend.

Ihr habt nur dünne Anzüge an. Ist das nicht kalt in der Eis-Halle?

Nein, die sind besonders gepolstert. Außerdem ist man ja ständig in Bewegung. Da wird einem schnell warm. In den Pausen ziehen wir uns dann natürlich auch eine Jacke an.

Und wie oft bist du beim Training?

Ich gehe auf die Sportschule in Dresden. Da habe ich dann normal Unterricht. Zwei Mal am Tag ist Training. Das dauert etwa zwei Stunden. Meist üben wir in der Halle und machen Krafttraining. Am Sonntag ist frei. Im Sommer fahren wir auch mal draußen mit Inline-Skates.

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