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Mode : Eine Woche auf Stöckelschuhen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nächste Woche startet in New York die Fashion Week. Modemacher zeigen dort ihre Kleider – und Models wie Tania laufen von Laufsteg zu Laufsteg.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 13:03 Uhr

In einer großen Halle hängen überall Kleider auf Stangen, in vielen Farben und Formen: bunt gemustert, in Neonfarben oder mit Stickereien verziert. Mittendrin schlendert Tania Lebedeva an den Kleiderstangen vorbei. Sie arbeitet als Model und führt zum Beispiel in Berlin auf der Fashion Week (gesprochen: fäschn wik) Mode vor. Gerade hat sie Pause und endlich mal Zeit, in Ruhe ihren Kaffee zu trinken.

„Ich bin seit heute Morgen um 7 Uhr hier“, erzählt sie. Tania soll an diesem Tag Kleider von fünf unterschiedlichen Modemachern vorführen. Ein Fotograf macht Fotos von ihr und abends findet noch eine Modenschau statt. „Damit alles perfekt sitzt, musste ich schon zwei Stunden früher da sein. Kleider und Schuhe anprobieren, die Haare zurechtmachen und vor allem das Schminken braucht viel Zeit.“

Ein ganzes Team von Spezialisten kümmert sich darum, dass die Kleider an Tania und den anderen Models gut aussehen. Eine Stylistin ist zuständig für Tanias lange Haare, die mit Haarspray nach hinten gekämmt sind. Und sie achtet darauf, dass die ausgewählten Kleider perfekt sitzen. „Wenn etwas zu groß ist, dann wird es hinten einfach mit ein paar Klammern etwas enger gemacht“, sagt sie.

Die Schuhe, die Tania heute tragen muss, sind furchtbar unbequem. „Auch wenn sie schön aussehen – aber so langsam tun mir wirklich die Füße weh“, klagt sie. „Privat trage ich viel lieber Schuhe mit flachen Absätzen, die sind viel bequemer. Aber hier muss ich das anziehen, was der Modemacher ausgesucht hat.“

Für das Schminken ist die Visagistin im Team zuständig. Tanias Lidschatten auf den Augenlidern soll genau die gleiche Farbe wie ihr Kleid haben. „Zu Hause trage ich eigentlich gar kein Make-up. In die Schule würde ich so jedenfalls nie gehen.“ Aber auf den Fotos, die gleich gemacht werden, sollen Tanias Augen besonders herausstechen. Deshalb hat die Visagistin sie schwarz umrandet.

Tania ist 18 Jahre alt. Sie hat schon mit 14 Jahren angefangen, als Model zu arbeiten. Ihre Eltern waren einverstanden, aber es war immer klar: Die Schule hat Vorrang. In diesem Jahr wird Tania ihr Abitur machen, dann ist sie fertig mit der Schule. Und danach? „Ich hätte schon Lust nach der Schule noch mehr als Model zu arbeiten. Das ist zwar sehr anstrengend, aber es macht auch Spaß.“

Für viele Mädchen ist Model ein Traumberuf. Aber Tania weiß: „Als Model braucht man nicht nur ein hübsches Gesicht und eine gute Figur, sondern auch ein ziemlich dickes Fell. Man wird oft wie eine Puppe behandelt. Es geht nur um die Kleider, nicht um mich.“ Und damit bei der Modenschau alles perfekt sitzt, muss sie auch mal die Zähne zusammenbeißen. Als die Schuhe viel zu groß waren, hat Tania sie einfach mit Papier vorn ausgestopft. Damit musste sie laufen, ohne sich etwas anmerken zu lassen. Als sie dann für den Fotografen in die Kamera lächelte, hat sie sich schon darauf gefreut, bald wieder ihre eigenen Schuhe tragen zu können.

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