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Politik : Eine Wahl spaltet Österreich

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In unserem Nachbarland ist ein Präsident gewählt worden. Doch die Wahl war nicht so eindeutig wie sonst. Denn viele waren auch für den Verlierer.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2016 | 05:00 Uhr

„Wir sind ein gespaltenes Land!“ Das sagte gerade ein Politiker aus Österreich. Auch andere Fachleute beschreiben unser Nachbarland in diesen Tagen so oder ähnlich. In Österreich zieht sich aber kein Riss durch den Boden. Es gibt auch keine Mauer, die zwei Teile voneinander trennt. Die Experten meinen eher zwei Gruppen, die sehr unterschiedliche Meinungen vertreten.

Vorgestern gab es in Österreich eine wichtige Wahl. Dabei ging es um das Amt des Präsidenten. Die Wähler mussten sich zwischen zwei Kandidaten entscheiden. Die beiden Männer heißen Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen. Oft ist bei solchen Wahlen schnell klar, wer gewinnt.  Das heißt:  Deutlich mehr Menschen wollen einen der Kandidaten als Präsidenten haben.

Doch bei dieser Wahl war es anders. Nach den ersten Ergebnissen stand noch kein Sieger fest. Auch gestern wurden dann noch Stimmen ausgezählt. Am Abend kam heraus: Alexander Van der Bellen hat ganz knapp gewonnen. Viele Menschen schauten gespannt auf die Ergebnisse. Nicht nur in Österreich, auch in anderen Ländern. Denn die beiden Politiker unterscheiden sich in vielen Dingen.

Vor der Wahl hatten sich die beiden Kandidaten zum Teil heftig gestritten. Auch bei den Menschen kommen sie unterschiedlich gut an. Die einen sind enttäuscht von Politikern wie Alexander Van der Bellen. Sie erhoffen sich von Norbert Hofer eine Veränderung. Dessen Gegner sehen das anders. Sie finden die Ansichten von Norbert Hofer falsch. Sie werfen ihm und seiner Partei zum Beispiel vor, Stimmung gegen Ausländer zu machen. Ein Problem an dem Ergebnis ist: Etwa die Hälfte der Menschen in dem Land wird mit der Wahl unzufrieden sein. Sie hätte sich lieber den Verlierer als Präsidenten gewünscht. Auch deshalb ist oft von einer Spaltung des Landes die Rede.

Der Sieger hat nun eine schwierige Aufgabe. Er muss versuchen, auch auf seine Gegner einzugehen.

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