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Technik : Ein Sitz mit Raketen-Antrieb

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Bundeswehr-Piloten retten sich bei einem Unfall mit Schleudersitzen, als ihr Flugzeug abstürzt.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2014 | 05:11 Uhr

Man zieht an einem Griff – und wird in Sekundenschnelle nach oben in die Luft geschossen. So funktioniert das bei einem Schleudersitz. Über diese Geräte wurde gestern gesprochen. Denn zwei Piloten der Bundeswehr brachten sich damit in Sicherheit.

Sie waren am Donnerstag mit einem Kampf-Flugzeug zur Übung unterwegs gewesen. Dabei war das Flugzeug im Bundesland Rheinland-Pfalz abgestürzt. Die Piloten retteten sich aber – mit Schleudersitzen.

„Der Schleudersitz ist ein Rettungsgerät mit einem Raketen-Antrieb“, erklärt Stefan Kleinheyer von der Bundeswehr. Auf diesem Sitz sitzt der Pilot, wenn er fliegt. Zwischen seinen Beinen ist ein Griff. Wenn der Pilot daran zieht, wird die Rakete gezündet. „Dann geht es ruckzuck und der Sitz wird mit dem Piloten aus dem Flugzeug nach oben geschleudert. Dabei muss der Pilot aufrecht sitzen, damit er die enorme Beschleunigung ohne Verletzung überstehen kann“, sagt der Experte.

Es gibt Flugzeuge, bei denen vorher das Kabinendach weggesprengt wird. Oder nur das Glas des Daches. „Danach öffnet sich ein Steuer-Schirm am oberen Ende des Schleudersitzes. Der zieht den Fallschirm heraus, der im Schleudersitz eingebaut ist.“ Der Pilot ist mit dem Schirm über Gurte verbunden. „Wenn der Schirm sich öffnet, wird der Pilot aus dem Sitz herausgezogen. Die Gurte zum Schleudersitz werden dabei durchschnitten. Das passiert alles automatisch.“ Das Ganze geht wahnsinnig schnell – in nur drei Sekunden oder noch schneller.

Den Rettungsschirm kann der Pilot nur ein bisschen lenken. Er hat die Form einer runden Kappe. So kann er die große Belastung aushalten, die entsteht, wenn der Schirm sich entfaltet. Und so den Piloten sicherer zu Boden bringen.“

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