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Kindernachrichten

24. Oktober 2017 | 10:29 Uhr

Bauen : Ein Restaurant aus Abfall

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Holzbalken stützten mal ein anderes Dach. Auch die Fenster sind gebraucht. Vieles von diesem Haus wäre beinahe im Müll gelandet.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 01:15 Uhr

Das Essen in dem Restaurant ist frisch zubereitet. Das Baumaterial aber, aus dem die Küche und der Speiseraum bestehen, ist alt. So alt, dass vieles davon für den Müll bestimmt war.

Was für eine Verschwendung, dachte sich Hannes Schmidt – und baute daraus sein eigenes Restaurant. „Ich wollte schon immer mal ein Restaurant besitzen“, sagt der 29-Jährige. Sein Restaurant ist ein schmuckes Häuschen aus Glas und Holz. „Die Holzbalken haben wir aus einem Dach, das abgerissen wurde“, verrät Hannes Schmidt. Auch die Fenster stammen aus anderen Gebäuden. Die Kunststoff-Planen unter der Decke waren mal auf einem Lastwagen befestigt. Sie sorgen heute dafür, dass die Gäste im Trockenen sitzen. Früher schützten sie die Fracht des Lastwagens vor Schmutz und Regen. Auch die Küche baute er aus gebrauchtem Material.

Mehr als ein Jahr hat Hannes Schmidt daran gearbeitet. Dann war die „Lücke“ fertig. So heißt sein Restaurant in der Stadt Weimar im Bundesland Thüringen. Dort steht das kleine kastenförmige Bauwerk auf einer schmalen Fläche zwischen zwei großen Häusern. So kam das Restaurant auch zu seinem lustigen Namen. „Es füllt eine Lücke“, sagt der Student.

Hannes Schmidt studiert Architektur an der Universität Weimar. Die „Lücke“ ist seine Abschlussarbeit an der Uni und soll bis Ende August stehen bleiben. Der einzige Tisch im Restaurant war mal ein Holzzaun. Er lag neben einer Baustelle herum. Hannes Schmidt zimmerte daraus eine Speisetafel. Sie ist so lang wie ein großes Fußballtor. Drum herum stehen 24 alte Stühle. „Sie sind nur geliehen“, erzählt Schmidt.

Die Gäste sind fasziniert. Stefan Höfer sitzt mit seiner Ehefrau Esther und Sohn Nils am Ende des langen Tisches. Er trinkt ein Glas kalte Limonade. „Es ist gemütlich“, sagt Stefan Höfer. Dass die „Lücke“ zum großen Teil aus Müll und gebrauchten Gegenständen besteht, wusste er bis jetzt nicht. Die Idee gefällt ihm. Nun freut er sich noch mehr auf das Essen...

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