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Tiere : Ein Klo, ein Nest und lange Gänge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Frühjahr toben Murmeltiere auf und unter Bergwiesen herum.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2014 | 01:13 Uhr

Wenn die Leute an Murmeltiere denken, stellen sie sich manchmal pelzige, träge und leicht verpennte Nagetiere vor. Dass das Quatsch ist, weiß der Biologe Dirk Ullrich: „Murmeltiere sind sehr muntere Tiere. Gerade jetzt im Frühjahr.“

Dirk Ullrich arbeitet im Alpenzoo in Innsbruck in Österreich. Dort lebt eine ganze Murmeltierfamilie auf einer Bergwiese. Solange es kalt ist und Schnee liegt, bekommen Besucher die Tiere nicht zu sehen. Sie liegen in ihren Bauten unter der Erde. Und schlafen tief und fest.

Im Frühjahr aber sind Murmeltiere in den Alpen ziemlich viel unterwegs. Sie jagen einander immer wieder den Hang hinauf und hinunter. Ein bisschen sieht es so aus, als würden sie Fangen spielen. Doch so lustig ist das Ganze nicht: Die Männchen vertreiben sich gegenseitig – und die Weibchen auch. Jeder will zeigen: Hier bin ich der Stärkste!

Doch egal wie wild die Rauferei auch ist – Murmeltiere bleiben in der Nähe ihrer Bauten. Die brauchen sie, um sich zum Beispiel schnell vor Feinden zu verstecken. Deshalb leben die Tiere gern dort, wo sie gut Höhlen bauen können. Das machen sie mit ihren Pfoten. Am besten klappt das dort, wo es Wiesen, Steine und vielleicht auch ein paar Büsche gibt. Also nicht zu hoch oben auf dem Berg. Murmeltiere bauen verschiedene Höhlen. Es gibt welche, die sie im Sommer nutzen. Das sind meist Verstecke. Dorthin flüchten die Tiere, wenn ein Feind zu sehen ist. Aber auch bei großer Hitze gehen sie in ihre Bauten. Denn Hitze vertragen sie nicht.

Es gibt aber auch Winterhöhlen. Die sind meist ziemlich groß. Sie bestehen aus langen Gängen und einem Raum, der nur als Klo benutzt wird. Und, ganz wichtig: Es gibt ein großes Nest. In dem schläft die ganze Familie im Winter. Zu so einer Familie können über zehn Tiere gehören.

Dass die Murmeltiere so prima Höhlen buddeln können, freut nicht alle. Zum Beispiel die Bergbauern. Denn manchmal durchlöchern Murmeltiere ganze Almwiesen. Da kann dann im Sommer auch mal eine Kuh mit dem Fuß einbrechen.

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