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Kita : Ein Kindergarten aus Bäumen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Flensburger Waldkinder gehen in der Marienhölzung jeden Tag auf Abenteuerreise. In dem Wald können sie sich frei bewegen und laut sein.

Kannst du dir vorstellen, dass deine Kita jeden Tag anders aussieht? Das gibt es. Zum Beispiel im Waldkindergarten in der Marienhölzung in Flensburg. Denn im Wald verändert sich immer etwas: Jeder Tag in der Natur ist anders.

Die Kinder, die hier zur Kita gehen, haben keinen Kindergarten, wie man ihn sonst kennt. Sie haben kein Haus, in das sie morgens von ihren Eltern gebracht werden. Stattdessen gehen sie jeden Tag in den Wald, um dort zu spielen und zu toben. Wenn das Wetter schlecht ist und es zum Beispiel in Strömen regnet, finden sie Schutz in der Sturmhütte. Dort können sie malen oder lesen. Aber viel lieber sind sie draußen.

Auch wenn es im Wald keine Spielsachen gibt, wird Simon nicht langweilig. „Ich spiele mit Tannenzapfen, steige auf Wurzeln oder in den Graben. Das macht mir viel Spaß.“

Am Morgen versammeln sich alle Kinder auf dem Spielplatz im Wald. Im Morgenkreis greifen sie sich zwei Stöcke und klappern mit ihnen. Damit begrüßen sie die Tiere. Danach startet die Waldwanderung ins Abenteuer.

Als erstes trifft Pablo auf die Wetterstation: eine Kuhle in der Erde, die das Wetter anzeigt. Er sieht Regenwasser und kleine Eisschollen und sagt: „Heute ist gutes Wetter.“ Dann marschieren alle gemeinsam zum Schwanenteich. Vor Kurzem konnten die Kinder hier noch übers Eis laufen. Aber weil das Eis jetzt zu dünn ist, dürfen nur die Enten drauf gehen. Gegenüber vom Teich stehen Nell und Betreuer Kevin schon in der Gummistiefel-Falle. Das ist eine Matschkuhle, in der die Gummistiefel einfach stecken bleiben. Doch heute geht alles gut und niemand versinkt im Matsch.

Das Ziel der Wanderung ist der Sturm-Grimassen-Platz. Früher nannten die Kinder diesen Platz Zwergendorf. Aber das Zwergendorf gibt es nicht mehr. Ein starker Sturm hat es verwüstet. Nun liegen hier Bäume, Wurzeln und viele Tannenzweige einfach so rum. Das ist super, um richtig gut Quatsch zu machen.

Schicke Kleidung trägt hier niemand. Die würde auch nicht lange sauber bleiben. Dick eingepackt in Schneehosen und Mützen klettern die Kinder auf die Baumwurzeln. Waldkinder haben viele Ideen und nutzen die Wurzeln zum Beispiel als Rutsche oder als Piratenschiff. Der Fluss am Sturm-Grimassen-Platz ist das Badezimmer. Heute wird Josephine von Betreuer Tim über den Fluss gehalten, damit sie sich ihre Matsch-Hände waschen kann. Zum Trocknen benutzt sie das Moos-Handtuch am Baum.

Nach dem Spielen versammeln sich die Kinder zum Abschlusskreis. Jeder kann dann erzählen, was er am Tag erlebt hat – und Waldkinder erleben viel!

Mit roten Wangen und Mitbringseln aus der Natur machen sich die Kinder auf den Weg nach Hause. Sie freuen sich auf die Abenteuer, die sie morgen wieder im Wald erleben werden.

Foto: Julia Buchmüller

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erstellt am 14.Feb.2014 | 04:42 Uhr

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