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Internet & Co : Ein Führerschein für Smartphones

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mehr Wissen statt Verbote: Der Autor und Medien-Experte Thomas Feibel hilft Kindern und Jugendlichem beim Umgang mit Facebook und Co.

shz.de von
erstellt am 22.Nov.2014 | 01:43 Uhr

Von Facebook über Twitter bis hin zu Lego-Spielen – Thomas Feibel kennt sich aus. Im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen reist der Autor und Spieletester mit seinem Roman „Like me“ durch Büchereien in ganz Schleswig-Holstein. In Kappeln sprach er mit zwei achten Klassen der Gemeinschaftsschule über Facebook und andere soziale Netzwerke, aber auch über seinen Beruf als Spieletester. Als er beginnt, vorzulesen, sind die Schüler still. Danach hat sich unser Kina-Reporter Holger den Autoren geschnappt und ausgefragt.


Weshalb haben Sie angefangen, über das Thema soziale Medien zu schreiben und zu sprechen?
Das lag daran, dass ich selber Kinder habe und wissen wollte, was es für sie gibt. Mir ist wichtig, dass es Kindern mit neuen Medien gut geht und sie sich auch beim Umgang damit sicher fühlen. Das Schlimmste ist, Angst zu haben.
Wie sieht es bei ihnen zu Hause medientechnisch aus?
Ich bin voll ausgestattet mit Spielkonsolen, mit Smartphone, mit Tablet, mit Computer und mit Laptop. Ich muss ja Spiele testen und auch die neuesten Entwicklungen sehen.
Ich bin bei auch Facebook, bei Google plus und Instagram. Dass ich bei Facebook bin, lag daran, dass meine erwachsenen Söhne irgendwann zusammengezogen sind. Als Kinder haben sie sich immer bekriegt. Da habe ich mich bei Facebook angemeldet, um sie im Auge zu behalten. Und ich habe es schätzen gelernt, trotz der Nachteile.
Wozu würden sie denn für den Einstieg in die sozialen Netzwerke raten?
Erstmal einen Medienführerschein machen, damit nichts schief geht. Ich halte aber nichts davon, Kinder besonders sichere Netzwerke zu empfehlen. Denn sie halten sich auf dort auf, wo ihre Freunde sind – und wir Erwachsenen müssen dann schauen, wie wir damit umgehen und sie schützen.
Sie bewerten ja auch Computerspiele und Programme. Haben Sie ein persönliches Lieblingsspiel?
Das ist eigentlich immer das Spiel, das ich gerade spiele. Ich teste zum Beispiel gerade „Fantasy Life“. Da habe ich jetzt schon zwei Stunden gespielt und bin noch keinen Meter weiter. Es ist wahnsinnig lang. Ich weiß jetzt schon, dass ich für die Eltern schreiben werde, dass es nicht nur ein tolles Spiel ist, sondern dass man dabei wahnsinnig viel lesen muss.
Was halten Sie von Spielen, bei denen es nur darum geht, alles kaputt zu machen. Legospiele zum Beispiel?
Legospiele finde ich ziemlich cool. Aber viele Erwachsene blicken gar nicht durch, dass Legospielen im Prinzip wie Spiele ab 16 oder 18 Jahren sind. Aber weil da Legomännchen drin sind, denkt man, das ist ja harmlos. Im Grunde ist das genau so ein Actionspiel, wie alle anderen. Ich mag daran, dass sie witzig sind.
Spielen Sie die Spiele mit jemandem zusammen oder immer allein?
Oft auch zusammen. Meine Tochter spielt auch gern. Manche Spiele sind anders, wenn man sie zu zweit spielt. Man kann sich zum Beispiel gut anbrüllen. Zum Beispiel bei Lego Batman gibt’s immer Zoff. Wir lernen uns dabei von völlig neuen Seiten kennen. Ich frage sie aber gern um ihre Meinung, denn ich will, dass Kinder mitentscheiden. Auch beim Handy zum Beispiel. In Schulen sind Handys oft verboten. Und ich sage: Warum nicht einen Handyführerschein machen? Man kann es auch in der Schule sinnvoll einsetzen, zum Beispiel, indem man Fotos für ein Referat macht.



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