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Warcktaucher Martin Steiner aus Dänischhagen : Die Suche nach versunkenen Schiffen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wer ein Schiffswrack sehen will, muss sehr gut tauchen können. Martin Steiner ist von Beruf Wracktaucher.

Wenn ein Schiff untergeht, verschwindet es meist für immer am Meeresgrund. Dort liegt es dann im Dunkeln und nur Fische bekommen es zu Gesicht. Doch manchmal wagen sich auch Menschen in die Tiefe. Etwa Wracktaucher wie Martin Steiner. Martin taucht in seiner Freizeit oft zu versunkenen Schiffen.

Der 39-Jährige ist Tauchlehrer und hat schon viele Stunden unter Wasser verbracht. Manchmal taucht er sogar zu Wracks, die 100 Meter unter der Wasseroberfläche liegen. Dafür muss man natürlich viel Übung haben. Martin taucht auch in die Wracks hinein. Dabei ist er aber nie allein unterwegs, sondern immer mit einem Kollegen. „Alleine wäre das viel zu gefährlich“, sagt er.

Bevor Martin und sein Kollege in ein Wrack hineinschwimmen, befestigen sie eine Leine außen. Die ist auf einer Spule befestigt. So können sie das Band langsam abspulen und jederzeit den Weg wieder herausfinden. Denn in so einem Wrack ist es sehr dunkel. Darauf ist Martin aber vorbereitet: Er hat immer eine helle Lampe dabei. Wenn er seine Schwimmflossen zu kräftig bewegt oder gegen eine Wand kommt, wirbelt er viel Rost und Sand auf. Dann kann es passieren, dass das Wasser ganz milchig wird und er seine Hand vor Augen nicht mehr sieht. Ohne die Schnur wäre er dann verloren.

Angst hat Martin trotzdem nicht. „Aber etwas gruselig ist es unter Wasser manchmal. Deshalb mache ich das aber auch“, sagt er. Wenn Martin durch die Fenster in das Wrack guckt, entdeckt er oft noch Spuren von den Menschen, die an Bord gearbeitet haben oder auf dem Schiff gereist sind. Zum Beispiel alte Koffer, Teddybären oder sogar verrostete Fahrräder.

Bevor Martin zu einem Wrack taucht, informiert er sich immer über die Geschichte des Schiffs. Warum ist es gesunken? Waren Menschen an Bord? Wie lange liegt es dort? Manchmal ist auch gar nicht so klar, wo das Schiff genau gesunken ist. Dann müssen Martin und die anderen den Meeresgrund absuchen, bis sie das Wrack entdecken.

Wann immer er die Möglichkeit hat, taucht Martin zu Schiffswracks. Dafür fliegt er weit weg, zum Beispiel in das Land Norwegen oder sogar in die USA. Doch auch in der Ostsee gibt es viele Schiffswracks zu entdecken. Manchmal begegnen ihm unter Wasser auch sehr seltene Fische. Und sogar Delfine und Haie sind schon an ihm vorbeigeschwommen. Das sind dann ganz besondere Momente für einen Wracktaucher.

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erstellt am 31.Aug.2014 | 15:50 Uhr

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