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Unterwegs : Die Sami feiern ihren Tag „in Kofte“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Traditionelle Trachten, Gesang, Fisch und Rentierfleisch gehören zum Nationalfeiertag im Norden Norwegens.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2017 | 01:11 Uhr

Ich finde, in Deutschland ist es ja immer ein wenig schwierig mit unserem Nationalfeiertag. Wegen der Geschichte unseres Landes ist man immer vorsichtig zu zeigen, dass man stolz ist.

In Nord-Norwegen, wenn die Sami ihren eigenen Nationalfeiertag feiern, ist es komplett anders. Alle, die stolz darauf sind Sami zu sein, ziehen sich an „in Kofte“ (ausgesprochen wie: Kufte), also in der samischen Tracht. An vielen Häusern sieht man viele Samiflaggen hängen und zum Mittagessen gibt es auf traditionelle Weise zubereitetes Rentierfleisch oder Fisch.

Allerdings war es nicht immer so, dass man überall zeigen konnte, dass man samisch ist. Vor gar nicht so vielen Jahren noch wurden die Sami sehr häufig von den anderen Norwegern ausgegrenzt, und wenn man mit einer Kofte am falschen Orten entlangging, konnte es passieren, dass Leute anfingen, einen zu beschimpfen oder sogar zu bespucken.

Heutzutage hat sich das sehr gebessert. Der Tag der Sami ist vom norwegischen Staat anerkannt, und sogar der König hat sich für alles, was das samische Volk erfahren musste, entschuldigt. Aber trotzdem spüre ich noch, wie einige Leute missgünstige Blicke werfen, wenn jemand in der Nähe ist und joikt, das ist eine besondere Art zu singen, wie die Sami es schon seit vielen Generationen machen.

Aber heute ist das allen Sami egal, denn es wird zum hundertsten Mal der Samische Tag gefeiert.

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