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Tiere : Die Helfer des Weihnachtsmannes

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sie ziehen den Geschenke-Schlitten: Rentiere. Doch normalerweise leben sie in riesigen Herden dort, wo es richtig kalt werden kann.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Die große Wiese sieht leer aus. „Sind sie überhaupt hier?“ Thomas Golz schaut einmal von rechts nach links. Dann schreitet er weiter durch das hohe Gras. Plötzlich raschelt es hinter mehreren Büschen – und ein riesiges Geweih kommt zum Vorschein. Und noch eins. Und noch eins. Schließlich stehen fünf Rentiere auf der Weide in Kleptow in Brandenburg.

In der kalten Luft dampft der Atem weiß aus ihren runden Nasen. Mit großen, dunklen Augen blicken die Tiere neugierig zu den Besuchern herüber. Eins von ihnen hat ein besonders großes Geweih. „Das ist Schnucki“, sagt Thomas Golz. Er ruft den Namen des Rentiers. Das reckt seine Schnauze nach vorn, wittert den Geruch – und kommt langsam näher. Neben Thomas Golz bleibt es stehen und lässt sich den Hals kraulen.

Schnucki ist der Liebling des Mannes. „Ich habe ihn mit der Flasche aufgezogen, weil seine Mutter nicht genug Milch hatte.“ Deswegen ist Schnucki besonders zahm. „Er hat keine Angst vor Menschen.“ Für Thomas Golz ist das wichtig. Er verdient mit den Rentieren Geld.

In der Adventszeit stehen sie auf Weihnachtsmärkten, neben dem Weihnachtsmann. Oder sie ziehen Schlitten. „Viele Leute wollen die Tiere dann streicheln.“ Die dürfen dann nicht wild sein und hochspringen. Das könnte jemanden verletzen.

Damit das nicht passiert, bereitet Thomas Golz die Rentiere lange vor. Doch nicht jedes Tier ist geeignet. „Wir wählen die Tiere aus, wenn sie anderthalb Jahre alt sind. Dann hat sich ihr Charakter entwickelt und wir sehen, welche Tiere ruhig und verträglich sind.“ Mit denen trainiert Thomas Golz. „Wir führen sie zum Beispiel am Halfter neben einer Straße entlang. So gewöhnen wir sie an Autos und laute Geräusche.“ Später lernen sie dann, vor einem Schlitten zu laufen. Doch wie geht das in Deutschland? Hier liegt ja nicht immer Schnee. Thomas Golz benutzt dafür einen Wagen mit Rädern. Seine 18 Rentiere sind aber nicht nur in der Weihnachtszeit gefragt. Einige von ihnen waren auch schon in Filmen zu sehen. Manche Tiere verkauft Thomas Golz auch. Aber nicht an jeden. „Besonders in der Weihnachtszeit gibt es viele Leute, die sich gern ein Rentier in den Garten stellen wollen. Das geht aber nicht.“ Die Haltung von Rentieren ist nämlich nicht ganz einfach. Sie brauchen zum Beispiel große Weideflächen, damit sie sich wohlfühlen.

„Wir verkaufen auch nie einzelne Tiere. Sondern immer mindestens drei Stück zusammen“, sagt Thomas Golz. Denn Rentiere sind keine Einzelgänger. Sie fühlen sich nur in der Herde wohl. Genau wie Schnucki. Der hat sich mittlerweile wieder zu den anderen Rentieren auf der Weide gesellt. Viel Freizeit haben sie vor Weihnachten aber nicht. „Bis Heiligabend sind sie im Einsatz“, sagt Thomas Golz. „Danach haben sie dann wieder frei.“

 

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