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Wissenschaft : Die große Suche nach den Dinos

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Entdeckung eines riesigen Carnotaurus-Skeletts in Argentinien war ein echter Glücksfall.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 00:34 Uhr

Manchmal beginnt alles mit einem Anruf. „Ich habe hier einen Knochen gefunden“, hatte der Herr am Telefon erzählt. „Einen sehr großen Knochen, größer als alles, was ich je gesehen habe.“ Anrufe wie diese gehen nicht oft ein bei Néstor Rúben Cúneo. Aber wenn sie kommen, dann weiß er, dass es Zeit ist zu handeln. Denn Néstor Rúben Cúneo lebt in Argentinien in Südamerika. Das Land ist eine der wichtigsten Fundstätten für Dinosaurier weltweit. Néstor Rúben Cúneo ist Direktor eines Museums und Paläontologe. So bezeichnet man Wissenschaftler, die Lebewesen vergangener Erdzeitalter erforschen – also urzeitliche Pflanzen und Tiere. Sein Museum in der Stadt Trelew ist besonders für seine Dinosaurier-Sammlung bekannt. Um die Urzeitriesen aufzustöbern, spielen Glück und Zufall oft eine große Rolle. Wie an dem Tag, als der Anruf kam.

Zunächst dachten die Wissenschaftler, dass der Mann am Telefon sich vielleicht geirrt habe. Das war ein Bauer namens Sastre. Die Wissenschaftler dachten, er sei auf einen Pferdeknochen oder einen seltsam geformten Stein gestoßen. Doch was sie vor Ort vorfanden, ließ ihr Herz höher schlagen. Der Bauer war tatsächlich auf einen versteinerten Dinoknochen gestoßen, ein Fossil. Wenn so etwas passiert, gehen die Wissenschaftler sehr systematisch vor, berichtet Néstor Rúben Cúneo.

Zuerst markieren sie ihren Fund. Dann speichern sie die genaue Fundstelle in ein GPS-Gerät. So können sie die Stelle später wiederfinden. Oft sind die Überbleibsel der Dinos nämlich von Erde und Gestein bedeckt, sodass sie leicht übersehen werden können. Dann planen die Forscher die Ausgrabung. Gut ausgerüstet kehrt ein Trupp Paläontologen zum Fundort zurück, um den Fund vorsichtig zu bergen. Sie haben dann Schaufeln, Spitzhacken, Hammer, Meißel, Gesteinssägen und andere Gerätschaften dabei. Die Wissenschaftler brauchen viel Geduld. Denn bei einer Ausgrabung geht es sehr langsam voran. „Je nach Größe kann es bis zu drei Jahre dauern, bis wir einen Dinosaurier freigelegt haben“, sagt Néstor Rúben Cúneo. Schließlich können die Forscher nicht einfach drauflos bohren. Sondern sie müssen vorsichtig Schicht für Schicht Erde und Steine entfernen, um die kostbaren Fossilien nicht zu zerstören. Bei großen Funden kann es noch einmal bis zu drei Jahre dauern, bis die Wissenschaftler die einzelnen Teile zusammengepuzzelt haben. Es ist eher selten, dass sie auf vollständig erhaltene Tiere stoßen. Oftmals sind es einzelne Knochen, manchmal aber auch nur versteinerte Fußspuren oder andere Überreste der Urzeitgiganten.

Der Fund, auf den die Wissenschaftler aufgrund des Anrufes stießen, war ein Glücksfall. Der Knochen entpuppte sich als Teil eines riesigen Dinoskeletts: ein sechs Meter langer und drei Meter hoher Carnotaurus! Das ist ein zweibeiniger Fleischfresser. Er hat vor rund 67 Millionen Jahren gelebt. Benannt wurde das Tier übrigens nach seinem Finder, dem Bauern Sastre. Deshalb heißt der Dino heute „Carnotaurus sastrei“.

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