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Projekt "Große Schwestern und Brüder" : Die Geschwistermacher

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Wie ein Kind und ein Erwachsener plötzlich zu Geschwistern wurden.

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2009 | 07:37 Uhr

Hamburg | Wir sind die Maximilians. Der kleine Maxi, acht, und der große Max, drei Mal so alt, also 24. Und wir sind Brüder. Jetzt werdet ihr denken: Was sind das denn für Eltern, die ihren Söhnen den gleichen Namen geben. Aber wir haben gar nicht dieselben Eltern. Brüder sind wir auch erst seit ein paar Monaten.

Wie das gehen soll? Nun, das war so: Max hat eigentlich nur große Brüder. Dabei wünscht er sich schon immer einen kleinen. Maxi hingegen findet das ziemlich verrückt, denn er hat schon einen kleinen Bruder. Den hat er auch sehr lieb, aber manchmal würde er trotzdem viel lieber etwas mit jemand anderem, älterem unternehmen.

Also hat Maxis Mama sich erkundigt, was man da machen könnte. Dabei ist sie auf ein Projekt gestoßen, das sich "Big Brothers Big Sisters" nennt. Das ist englisch und heißt übersetzt "Große Brüder Große Schwestern". Die Leute dort vermitteln Kindern einen Mentor, weil sie glauben, dass das gut ist für die Entwicklung von jungen Menschen. Mentoren sind Erwachsene, die Lust haben, sich um ein Kind zu kümmern und mit ihm ganz viel zu unternehmen. So wie der große Max.

Beim ersten Treffen waren wir noch ein bisschen aufgeregt. Man bekommt ja schließlich nicht alle Tage einen neuen Bruder. Aber das hat sich schnell gelegt. Jetzt treffen wir uns jede Woche und machen viele tolle Sachen miteinander.

Wir waren zum Beispiel im Kino. Der große Max ist Reporter und schreibt manchmal über Filme in den Kindernachrichten, damit ihr Bescheid wisst, wenn etwas Spannendes im Kino läuft. Aber als wir zusammen Disneys "Weihnachtsgeschichte" in 3D angeschaut haben, konnte Max entspannen. Die Filmkritik danach hat nämlich Maxi abgeliefert. Max hat ihn einfach nach seiner Meinung gefragt und die dann an die Redaktion geschickt. Dann stand Maxis Name in der Zeitung, da war er mächtig stolz!

Das Projekt: Große Schwestern und Brüder
Das Projekt "Big Brothers Big Sisters Deutschland", das Kindern und Jugendlichen von sechs bis 16 Jahren erwachsene Mentoren als große Freunde an die Seite stellt, ist im Norden bislang nur in Hamburg und unmittelbarer Umgebung aktiv. Auskünfte gibt es im Internet auf www.hamburg.bbbsd.org oder telefonisch unter 040 / 2390 9370.


Aber natürlich machen wir nicht jede Woche so außergewöhnliche Sachen. Manchmal sind wir auch einfach nur in Maxis Zimmer und lesen, spielen oder machen eine Kissenschlacht. Oder wir gehen auf den Abenteuerspielplatz. Da hat Maxi seinem Mentor ganz viele Klettertricks gezeigt. Dafür konnte Max beim Tischtennisspielen im Hinterhof seinem kleinen Bruder noch ein paar Tipps geben.

Und genau das ist das Besondere an unserer Freundschaft: Anders als zum Beispiel in der Schule, lernt hier der Kleine nicht nur vom Großen, sondern auch umgekehrt. Aber vor allem haben wir einfach viel Spaß miteinander.

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