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Mutproben : Die eigene Angst überwinden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Manchmal möchte man sich beweisen, das kann Spaß und das Selbstbewusstsein stärken. Allerdings sind Mutproben oft auch gefährlich.

Einen Regenwurm essen, eine Vogelspinne anfassen oder vom Zehn-Meter-Brett springen. Das alles könnten Mutproben sein.

Bei Mutproben machen Menschen oft Dinge, die sie sonst nicht tun würden. „Es muss Überwindung kosten, sonst ist es keine Mutprobe“, sagt Maria Limbourg. Die Professorin hat zu Mutproben von Kindern und Jugendlichen geforscht. Sie ist eine Expertin auf dem Gebiet.

Angst, Ekel oder Scham werden bei Mutproben überwunden. Aber warum machen Menschen das? „Sie möchten zeigen, dass sie sich was trauen, weil sie dann von anderen dafür bewundert werden“, erklärt die Expertin. Bei ihren Forschungen hat sich herausgestellt, dass das der Hauptgrund für Mutproben ist. Deswegen werden Mutproben meist in der Gruppe gemacht. „Man macht ganz selten allein eine Mutprobe“, erklärt Maria Limbourg. Sie sagt auch: „Durch das Internet haben Mutproben zugenommen. Auf YouTube beweist man sich nicht nur vor seinen eigenen Freunden, sondern vor der ganzen Welt.“ Dabei solltest du vieles, was du im Internet oder im Fernsehen siehst, auf keinen Fall nachmachen. Mutproben können auch lebensgefährlich sein. Da gibt es zum Beispiel Gefahren, die du vorher vielleicht gar nicht bedacht hast. „Ein Beispiel ist das Klettern auf einen Bahn-Waggon“, sagt Maria Limbourg. Leute denken, die Gefahr ist, dabei erwischt zu werden.„Dass da oben aber auch gefährlicher Strom ist, bedenken sie nicht.“ So passiert es auch, dass Menschen bei Mutproben ums Leben kommen.

Dabei sind Mutproben an sich nichts Schlechtes. Es ist wichtig, dass man sich ab und zu beweisen kann. Erfolgs-Erlebnisse sorgen dafür, dass wir uns gut fühlen. „Es gibt zum Beispiel Kletter-Gärten oder Skater-Parks, wo Kinder zeigen können, was sie sich trauen und was sie können“, empfiehlt die Expertin.

Vergiss also bei all deinem Mut die Angst nicht. Angst ist auch etwas Gutes: Sie ist dazu da, um dich vor Gefahren zu bewahren.

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erstellt am 23.Jul.2017 | 17:59 Uhr

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