Sport : Deutschland feiert seine Handballer

Die Fans sind begeistert und jubeln. Ihre Reise in den Wüstenstaat Katar hat sich schon gelohnt, denn ihr Team spielt großartig.
Die Fans sind begeistert und jubeln. Ihre Reise in den Wüstenstaat Katar hat sich schon gelohnt, denn ihr Team spielt großartig.

Das Nationalteam braucht bei der Weltmeisterschaft nur noch einen Sieg, um Gruppenerster zu werden. Heute geht’s gegen Saudi-Arabien.

shz.de von
24. Januar 2015, 01:25 Uhr

Alle freuen sich, denn damit hat keiner gerechnet: Bei der Handball-Weltmeisterschaft hat die deutsche Nationalmannschaft richtig gut angefangen. „Wir waren die Loser, die nur dank einer Wildcard dabei waren. Jetzt haben wir es allen bewiesen, dass wir es doch können“, sagte der Nationalspieler Patrick Wiencek aus Kiel.

Eine Wildcard – das bedeutet, dass die deutsche Mannschaft sich nicht für die WM qualifiziert hat, aber trotzdem teilnehmen darf. Das hat die Internationale Handball-Föderation so beschlossen. Die Deutschen waren im Jahr 2007 noch Weltmeister, doch danach ging es abwärts. Jetzt aber besiegten sie bei der WM im Wüstenstaat Katar die Mannschaften von Polen (29:26), Russland (27:26) und Argentinien (28:23) und erreichten im Spiel gegen die starken Dänen ein Unentschieden.

„Das ist supercool – und erstaunlich“, sagt der Handball-Profi Michael Nicolaisen (Foto) von der SG Flensburg-Handewitt, der das Spiel im Handball-Internat in Flensburg verfolgt. „Wir haben hier auch einige Dänen im Internat“, erklärt der 19-Jährige. „Und die meinten, dass ihre Mannschaft auf jeden Fall gewinnt.“ Doch es kam anders – und nun stehen die Deutschen vor dem Gruppensieg. Dafür müssen sie heute nur gegen das Team von Saudi-Arabien gewinnen. Es gilt als das schwächste Team der ganzen Weltmeisterschaft, denn Handball spielt in dem Wüstenland eine geringe Rolle.

Deshalb lassen es die Deutschen jetzt auch etwas ruhiger angehen. Gestern hatte das Team trainingsfrei und durfte eine Jeep-Tour in die Wüste machen – mit einem gemeinsamen Abendessen im Zelt.

Im letzten Gruppenspiel will Nationaltrainer Dagur Sigurdsson auch einige Spieler aufs Feld lassen, die sonst meist auf der Bank sitzen. Die können Erfahrung sammeln, während die Stammspieler etwas Ruhe bekommen vor dem wichtigen Spiel am Montag. Denn dann beginnt mit dem Achtelfinale die K.o.-Runde – und die Erfolgsserie kann mit jedem Spiel zu Ende sein.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen