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Interview : Der Gruselautor aus Hollywood

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Schauspieler Jason Segel hat ein Kinderbuch geschrieben. Kina-Reporter Luis (13) traf den Autor in Hamburg.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2014 | 01:07 Uhr

Kinderreporter Luis war am Dientsag für euch im Kino Cinemaxx Dammtor. Dort gab es diesmal aber keine Filmpremiere. Der amerikanische Schauspieler und Drehbuchautor Jason Segel war zu Besuch und stellte sein neues Kinder- und Jugendbuch „Nightmares! – Die Schrecken der Nacht“ vor (Buchtipp siehe unten).

Im Gespräch mit der Moderatorin Jessica Schlage erzählte er viel über seine eigenen Ängste in der Kindheit. Zum Beispiel trug er manchmal ein Superman-Kostüm unter seiner Kleidung, um sich mutiger zu fühlen. Während eines Basketballspiels seines Bruders, lief er dann einmal in diesem Kostüm am Spielfeldrand entlang, damit die Mannschaft nicht verliert. Das war ihm später unheimlich peinlich.

Danach hat der Hollywoodstar gemeinsam mit dem deutschen Schauspieler Rainer Strecker Ausschnitte aus seinem Gruselroman vorgelesen und die Zuhörer konnten ihre Bücher signieren lassen. Luis hatte vor der Lesung die Gelegenheit, in einem Interview Jason Segel, den viele von euch vielleicht aus dem Film „die Muppets“ oder der Serie „How I met your mother“ kennen, ein paar Fragen zu stellen.

Luis: Erschrecken Sie im normalen Leben gerne jemanden, wie zum Beispiel Ihre Freunde oder Familie?
Jason Segel: Oh, das ist eine gute Frage. Ja, ich habe früher oft meinen großen Bruder erschreckt. Ich stand zum Beispiel im Dunklen mit verzerrtem Gesicht vor seinem Fenster, wenn er Hausaufgaben machen musste. Meine Beziehung zu ihm ist sehr ähnlich, wie die von Charlie und Jack in meinem Buch. Ich mache ja auch gerne Komödien, daher denke ich, jemanden zum Lachen zu bringen oder ihn zu erschrecken, ist sehr ähnlich. Man möchte starke Gefühle auslösen.


Charlie hat in Ihrer Geschichte große Probleme, seine neue Stiefmutter zu akzeptieren. Das erinnert an die böse Stiefmutter in vielen Märchen. Was war Ihr Gedanke dabei?
Stimmt, das kommt in Märchen oft vor. In meiner Geschichte ist es etwas anders. Wir sehen die Stiefmutter aus Charlies Sicht. Er fühlt sich wohl damit, zu denken, dass sie böse ist, obwohl sie immer wieder versucht, ihn zu beschützen. Er realisiert das aber erst viel später, weil ihn seine Gefühle von innen und Probleme von außen zu stark belasten.

Warum ist Ihr Buch ein perfektes Weihnachtsgeschenk?
Wenn Kinder ein Buch lesen oder auch einen Film schauen, können sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Sie können sich vorstellen, selber jede Figur zu sein, auch wenn sie deutlich älter ist. Das ist ein cooles Gefühl für Kinder und ein großes Geschenk. Bei mir war es auch so, als ich „Charlie und die Schokoladenfabrik“ gesehen habe. Ich wollte auch unbedingt ein goldenes Ticket gewinnen. Kinder können sich in Geschichten vorstellen, dass alles wirklich sein kann.

Seinen Ängsten zu begegnen ist nicht leicht. Was denken Sie, was man dazu braucht, einfach nur Mut oder Vertrauen?
Beides, denke ich. Einem Kind einfach zu sagen, du darfst keine Angst haben, halte ich für falsch. Angst zu haben, ist ganz normal und sehr wichtig. Wenn Kinder Ängste haben und man Ihnen sagt, sie dürfen das nicht, fühlen sie sich vielleicht wie Versager. Mit meinem Buch kann man lernen, dass es okay ist, Angst zu haben.

Wir kennen Sie alle als Schauspieler. Wie müssen wir Sie uns als Schriftsteller vorstellen?
Schreiben muss ich zu Hause. Ich brauche meine gewohnte Umgebung, Ruhe und Gemütlichkeit. Ich betrachte es aber als richtigen Job und nehme es ernst, denn zum Schreiben braucht man viel Energie.

Sie sind Schauspieler, Drehbuchautor und schreiben jetzt auch Kinderbücher. Gibt es noch einen anderen Beruf, den Sie gerne mal machen würden?
Ich würde gerne alles mal machen, um zu wissen, wie es ist. Am Anfang war es bei mir so, dass ich nicht besonders gut war, in dem was ich tat. Ich denke, der Schlüssel ist, für alles offen zu sein und lange durchzuhalten, um erfolgreich zu sein. Und ein Wunsch von mir wäre es, mal als Regisseur zu arbeiten.

Wann sind Sie mehr aufgeregt. Wenn Sie als Schauspieler vor der Kamera stehen oder vor einem großen Publikum vorlesen müssen?
Ich bin eigentlich eher aufgeregt, wenn ich ich selber sein muss. Wenn ich schauspielere, bin ich eine andere Figur. Das finde ich viel einfacher.

Vielen Dank für das nette Interview.

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