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Gewusst wie : Der „Bagger 288“ gräbt ohne Pause durchs Erdreich

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Für den Abbau von Kohle benötigt der Mensch Maschinen, die über 200 Meter lang sind und so viel wiegen wie 2000 Elefanten.

Plötzlich beginnt die Erde zu zittern. Es dröhnt und brummt und vibriert. Dann rollen riesige Ketten vorbei. Sie gehören zu einer Art Rad und sind größer als ein erwachsener Mann.

Die Ketten bewegen sich nur einige Meter vorwärts, ganz langsam, dann stoppen sie. Nun hört auch die Erde wieder auf zu beben. „Das war Bagger 288“, sagt Markus Kosma. Er arbeitet im Bundesland Nordrhein-Westfalen in einem Tagebau. So nennt man das, wenn Fachleute in einem gigantischen Erdloch Sachen wie Braunkohle aus der Erde holen. Mithilfe der Kohle wird später meist in Kraftwerken Strom erzeugt. Um Bagger 288 richtig sehen zu können, muss man den Kopf weit in den Nacken legen, gegen die Sonne blinzeln und den Kopf einmal von rechts nach links drehen. Denn Bagger 288 ist riesig! Er ist über 200 Meter lang, fast 100 Meter hoch und unglaublich schwer. Er wiegt etwa so viel wie 2000 Elefanten. Bagger 288 ist aber nicht allein. Er hat noch fünf andere, riesige Kollegen. Sie stehen im Tagebau verteilt. Die Bagger sind ständig im Einsatz. Sie schaufeln rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche, ohne Pause. Bagger 288 setzt sein Schaufelrad wieder in Bewegung. An diesem Rad sind mehrere Eimer. Sie sind so etwas wie die Zähne des Baggers. Denn sie fressen sich tief in das Erdreich hinein. „In einen einzigen Eimer passt zum Beispiel ein VW Golf“, verrät Markus Kosma. Gerade gräbt sich das Schaufelrad durch eine Schicht mit Sand. Die Experten nennen das auch Abraum. Dieser muss zuerst abgebaggert werden, damit man an die Braunkohle herankommt. Der Bagger gräbt und gräbt und lässt dabei sein Schaufelrad einmal von links nach rechts fahren und wieder zurück. Am höchsten Punkt des Schaufelrades leeren sich die Eimer und der Sand fällt auf ein Förderband. Es ist mehrere Kilometer lang und verläuft fast durch die komplette Tagebau-Grube.

Am Ende führt das Band zu einem Sammelpunkt. Dort treffen die Bänder aller Bagger zusammen. „Am Band-Sammelpunkt wird das Material verteilt“, sagt der Experte. Der Sand zum Beispiel wird zum hinteren Ende des Tagebaus weitergeleitet. Dort wird er wieder hineingeschüttet. Die Kohle aber kommt zu einem riesigen Lagerplatz. Dort wird sie gemischt. Denn Braunkohle ist nicht gleich Braunkohle. Es gibt welche, die man gut verheizen kann und andere, bei der das weniger gut klappt. Das hat etwa mit dem Alter der Kohle zu tun. Damit jedes Kraftwerk aber gleich gute Kohle bekommt, werden die verschiedenen Kohlen gemischt. Große Eisenbahn-Waggons bringen die Kohle anschließend zu einem Kraftwerk. Bagger 288 gräbt währenddessen weiter. Und gräbt. Und gräbt. Und gräbt...

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erstellt am 11.Mai.2014 | 16:34 Uhr

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