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Karneval : „De Zoch kütt“ Lexikon für die Sprache der Narren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

An Karneval ist es laut auf den Straßen. Aber was rufen die Menschen da eigentlich? Die Kina-Redaktion erklärt euch einige der Wörter.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 03:44 Uhr

Hoppeditz oder Bütt – was bedeutet das denn?! Viele Jecken und Narren verwenden Wörter, die anderen fremd sind. Hier erfährst du einiges über die Sprache zur Karnevalszeit:

ALAAF: Ruf der Karneval-Fans in den Städten Köln, Bonn und Aachen. Es stammt wohl von „all af“. Das bedeutet „über alles“. In Düsseldorf und Mainz feuern sich die Narren mit „Helau“ an.

BÜTT: Das ist ein Pult, vom dem lustige Reden gehalten werden. Oft hat es die Form einer Tonne oder eines Fasses. Das Wort kommt von „Bütte“. Das ist ein altes Wort für Fass. Früher standen die Menschen bei ihren Faschingsreden in einem Fass. Die Leute sagen heute noch: „Er steigt in die Bütt.“

DREIGESTIRN: So heißen wichtige Vertreter des Kölner Karnevals, der Prinz, der Bauer und die Jungfrau.

ELFERRAT: Zum Elferrat gehören meist zehn Mitglieder und ein Präsident. Der Elferrat eröffnet die närrische Zeit, plant Veranstaltungen und Umzüge.

FUNKENMARIECHEN: Das sind Mädchen einer Karnevals-Tanzgruppe.

HOPPEDITZ: Das heißt so viel wie „hüpfender Knirps“. Der Hoppeditz darf in Düsseldorf dem Chef der Stadt so richtig die Meinung sagen. An Aschermittwoch wird er dann verbrannt – aber nur als Puppe.

ROSENMONTAG: Das ist der Montag vor Aschermittwoch. Er ist in Städten wie Köln, Düsseldorf oder Mainz der Höhepunkt des Karnevals. Dann ziehen Vereine mit Prunkwagen durch die Städte. Darauf werden oft Politiker mit riesengroßen Figuren verspottet.

SCHULL- UN VEEDELSZÖCH: So werden im Rheinland spezielle Umzüge am Faschings-Sonntag genannt. Dabei ziehen zum Beispiel Schulgruppen und Vereine durch die Städte.

TUSCH: Das ist eine kurze Musikeinlage einer Kapelle. Sie zeigt den Leuten auf einer Fastnachts-Sitzung, wann sie lachen müssen.

WEIBERFASTNACHT: Das ist der Donnerstag vor Faschings-Sonntag. An dem Tag stürmen vor allem im Rheinland Frauen die Rathäuser. Sie schneiden Männern die Krawatten ab. Damit wollen sie zeigen, dass sie das Sagen haben. Das ist ein alter Brauch aus der Zeit, als die Männer noch alles allein bestimmten.

ZOCH: Damit meinen die Rheinländer den Rosenmontags-Umzug. Sie sagen „de Zoch kütt“. Das bedeutet „der Zug kommt“.

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