Spiel : Das Spiel des Jahres verläuft wie ein Westernfilm

Christophe Raimbault, „Colt Express“. Für zwei bis sechs Spieler ab 10 Jahren. 30 Euro. Verlag: Ludonaute.
Christophe Raimbault, „Colt Express“. Für zwei bis sechs Spieler ab 10 Jahren. 30 Euro. Verlag: Ludonaute.

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07. Juli 2015, 01:24 Uhr

Zugegeben, ganz legal ist das nicht: In „Colt Express“, das gestern in Berlin zum Spiel des Jahres gekrönt wurde, überfallt ihr als Banditen einen fahrenden Eisenbahnzug. Wer die meiste Beute einsackt, gewinnt. Ausgedacht hat sich das Szenario der 26-jährige Franzose Christophe Raimbault, der in seinen Spielen gern auf Action setzt. „Colt Express“ verläuft deshalb wie ein Westernfilm: Cool springt ihr von Waggon zu Waggon und trickst den ollen Marshal aus. Die Bleikugeln fliegen euch dabei nur so um die Ohren.

„Colt Express“ hat kein Spielbrett im üblichen Sinne. Die Figuren bewegen sich auf einem dreidimensionalen Pappmodell, das aus einer Lok und mehreren Waggons besteht. Mit Richtungs- und Aktionskarten steuert ihr euren Revolverhelden – immer mehrere Schritte im Voraus. Erst später zeigt sich, ob eure Pläne aufgehen. Zwischenzeitliche Faustkämpfe oder der Besuch des Marshals bewirken, dass das Opfer unfreiwillig den Ort wechselt, was seine weiteren Absichten meistens durchkreuzt.

Die überraschenden Kettenreaktionen sind der Höhepunkt jeder Partie. Der ganze Tisch johlt, wenn jemand ungewollt Luftlöcher boxt oder Geldbörsen aufklauben will, wo keine sind. Je mehr mitmischen, desto besser. Erst ab vier Spielern wird „Colt Express“ richtig fetzig. Aber Vorsicht: Der Wilde Westen ist rau. Ihr müsst auch einstecken können!

Christophe Raimbault, „Colt Express“. Für zwei bis sechs Spieler ab 10 Jahren. 30 Euro. Verlag: Ludonaute.

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