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Kindernachrichten

23. August 2017 | 14:46 Uhr

Lernen : Das Kerzen-Geheimnis

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei der Kinder-Uni in Flensburg haben Grundschüler gestern eine Menge über Feuer gelernt.

Dominique Rosenberg spielt mit dem Feuer. Das ist gefährlich. Doch Dominique Rosenberg darf das, denn sie ist Chemie-Expertin und passt gut auf, dass niemandem etwas zustößt. Es sieht aber gefährlich aus, wenn sie gemeinsam mit Doktor Manfred Schenzer im großen Vorlesungssaal an der Flensburger Universität vor Hunderten Schülern mit dem Feuer experimentiert. Denn gestern war dort wieder einmal eine Veranstaltung der Kinder-Uni. „Ich finde das sehr interessant. Doch ein bisschen Angst vor dem Feuer habe ich schon“, sagt Drittklässlerin Fenja (8). „Aber es ist gut, wenn man sich mit Feuer auskennt, wenn mal was passiert“, meint ihre Mitschülerin Aenna (9).

Die beiden Chemiker beginnen mit einfachen Fragen rund um die Kerze. „Wird die Kerze leichter oder schwerer, wenn sie brennt?“, fragt Herr Schenzer. Alle Kinder haben je eine blaue und eine gelbe Karte. Blau steht bei dieser Frage für leichter, gelb für schwerer. Die meisten halten die blaue Karte in die Luft. Frau Rosenberg zündet die Kerze, die auf einer Waage steht, an. Ein Schüler darf nach vorne kommen und das Experiment überwachen. 32,76 Gramm wiegt die Kerze. „Jetzt wiegt sie nur noch 32,73 Gramm“, sagt Akim (9) nach ein oder zwei Minuten. Da hatten die meisten Schüler also richtig getippt.


Docht oder Wachs – was brennt bei der Kerze?


Eine Kerze ist natürlich noch kein großer Aufreger, auch wenn man damit schon ziemlich viel über das Feuer herausfinden kann. Als Dominique Rosenberg aber den Gasbrenner anzündet, geht ein Raunen durch den Saal. Es geht um die Frage, was an der Kerze brennt – der Docht oder das Wachs? Mit einer Zange hält die Chemie-Doktorandin zuerst einen Docht in die blaue Flamme, dann ein Stück Wachs. Der Docht verglüht, das Wachs schmilzt, doch nichts brennt.

„Das flüssige Wachs brennt nicht. Aber bei der Kerze passiert etwas anderes, wenn man sie anzündet“, sagt Dr. Schenzer und erklärt weiter. Wenn aus etwas Festem etwas Flüssiges wird, zum Beispiel aus Wasser Eis, nennt man das schmelzen. Wenn aus etwas Flüssigem Gas wird, nennt man das verdampfen. Auch das kennen die Schüler. Aber wenn aus etwas Flüssigem gleich Gas wird, dann hat Dr. Schenzer ein Wort dafür, das sie noch nicht kennen: sublimieren. „Das Wachs der Kerze sublimiert. Und als Gas kann es brennen.“


Es knallt und zischt, wenn die Chemiker experimentieren


Frau Rosenberg führt das gleich vor. Sie füllt Wachsstücke in ein Reagenzglas und hält es mit einer Zange über den Gasbrenner. Das Wachs schmilzt erst und beginnt dann, zu verdampfen. In diesem Moment kippt die Chemikerin das Wachs-Gas so über die Flamme, dass eine große Stichflamme entsteht. „Booaah!“, rufen die Schüler und fangen an zu applaudieren. „Noch mal!“, hallt es durch den Saal und auch wenn das Kerzen-Geheimnis damit gelöst ist, wiederholt Frau Rosenberg das Experiment.

Doch es folgen noch viele weitere Höhepunkte bei der Chemie-Vorlesung, so dass den Schülern nicht langweilig wird. Sie sehen, wie ein mit Gas gefüllter Ballon knallend explodiert, wie ein Anspitzer abbrennt und eine Wunderkerze selbst im Wasser noch weiter Funken sprüht.

„Ich könnte mir schon vorstellen, Chemie zu studieren“, sagt Aenna nach dieser Erfahrung. „Ich würde lieber etwas mit der Natur studieren, wo ich viel draußen sein und forschen kann“, meint Fenja. Akim ist Feuer und Flamme für die Chemie-Vorlesung, denn er experimentiert gern. Vielleicht will er mal Chemielehrer werden. Aber alle sind sich einig, dass die Kinder- Uni eine tolle Einrichtung ist.

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erstellt am 17.Mär.2016 | 01:33 Uhr

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