Pfingsten : Besuch aus dem Batak-Land

Die Gäste machen gerne Musik. Und die Nordstrander hören ihnen gerne zu. Jedes Jahr feiern sie gemeinsam.
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Die Gäste machen gerne Musik. Und die Nordstrander hören ihnen gerne zu. Jedes Jahr feiern sie gemeinsam.

Die Volksgruppe kommt aus Indonesien. Zu Pfingsten waren sie auf Nordstrand. Von hier stammt ihr Missionar.

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10. Juni 2014, 04:43 Uhr

Man sagt, wenn ein Batak allein ist, singt er zur Gitarre. Wenn zwei Bataks sich treffen, spielen sie Schach und wenn drei Bataks zusammen sind, gründen sie einen Chor. Bataks ist eine Volksgruppe aus Sumatra in dem Land Indonesien. Und wenn die Bataks auf Nordstrand zu Besuch sind, ist gute Stimmung bei lebhafter Musik vorprogrammiert.

Aus der Anrichte duftet es nach Kuchen, Erdbeeren und Wassermelonen. Als der Koch Tagor dann auch noch verkündet, das Mittagessen sei fertig, gibt es kein Halten mehr: Alle stürmen zum Büffet. Nach dem Essen gibt es eine Wasserschlacht für alle. Beim Abschied geht es wie immer sehr herzlich zu und Tagor lässt es sich nicht nehmen, uns klatschnass in die Arme zu schließen.

Warum kommen die Bataks überhaupt nach Nordstrand und feiern mit uns?

Tagor: Der Nordstrander Ingwer Ludwig Nommensen bereiste im 19. Jahrhundert als als Missionar das „Batak-Land“ – so nennen es die Menschen, die dort leben. Er brachte den Menschen das Christentum. Deswegen besuchen viele Bataks Nordstrand, wenn sie Zeit haben. Sie möchten Nommensen damit ehren.

Wo wurdest du geboren?

Ich wurde in Balige geboren. Das liegt mitten im Herzen Sumatras.

Seit wann lebst du in Deutschland?

Ich lebe schon lange hier. 1968 bin ich nach Deutschland gekommen und wohne jetzt in Hamburg. Dort gibt es eine recht große indonesische Gemeinde.

Was findest du gut an der indonesischen Gemeinde in Deutschland?

Mir gefällt, dass jeder immer so freundlich ist. Wir sind wie eine große Familie. Jeder kennt jeden.

Warum kommt ihr gerade jetzt an Pfingsten her um hier zu feiern und was bedeutet dieses Fest für dich?

Für mich zählt hauptsächlich die starke Verbindung zur Bibel und zu anderen Menschen. Für einige andere bedeutet es auch, dass der Heilige Geist auch zu ihnen kommt. Der Missionar Ingwer Ludwig Nommensen hat uns den Glauben an Gott und die Bibel nach Sumatra gebracht. Pfingsten haben viele Zeit, um dies gemeinsam zu feiern.

Was genau finden die Batak eigentlich so besonders an Nommensen?

Ganz einfach, dass er ihnen den Glauben und die Liebe der Menschen untereinander gebracht hat. So konnten wir unsere Kultur behalten. Vor sehr langer Zeit waren die Bataks nämlich ein sehr kriegerisches Volk. Durch Nommensen bekamen wir Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und Hilfe beim Erhalt unserer Traditionen.

Aber was ist mit euren Kindern? Haben die immer noch einen Bezug zu Nommensen, oder finden die das eher langweilig?

Das ist ganz unterschiedlich. Da Indonesien zu 90 Prozent aus Muslimen und nur 10 Prozent Christen besteht, hängt es ganz davon ab, ob die Eltern Christen sind. Für christliche Familien ist Nommensen auch heute noch von großer Bedeutung. Wir nennen ihn auch Ompu Nommensen (Opa Nommensen).




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