Technik : Bei den Fahrrad-Doktoren

Der 14-jährige Levin hilft für ein wenig Geld anderen bei ihrer Fahrradreparatur.
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Der 14-jährige Levin hilft für ein wenig Geld anderen bei ihrer Fahrradreparatur.

Die Reifen brauchen Luft. Die Bremsen sind auch nicht mehr so fit. Bevor es auf die Radtour geht, muss das Fahrrad straßentauglich sein.

shz.de von
22. Juli 2015, 01:40 Uhr

Sommerzeit, Freizeit, Ausflugszeit! Das schöne Wetter lockt mich vor die Tür. Also raus aus dem Haus und rauf auf das Fahrrad! Doch der verstaubte Drahtesel im Keller ist nicht gerade in Topform. Der Hinterreifen ist platt und die Bremsen bremsen auch nicht so, wie sie sollten. Keine Frage: So kann ich mit dem Rad nirgendwo hinfahren.

An einem Fahrrad kann man vieles selbst reparieren. Habe ich mal gehört. Blöd nur, dass ich keine Ahnung habe, wie das geht. Also schiebe ich mein quietschendes Rad zu echten Profis. In eine Werkstatt, in der Kinder und Jugendliche alte Fahrräder in Schuss bringen. Die Werkstatt heißt Velo-fit und ist in der deutschen Hauptstadt Berlin. Einige Erwachsene arbeiten dort zusammen mit den Kindern. Sie bringen den Kindern bei, wie man Fahrräder repariert.

Danach schrauben sie gemeinsam an Rädern von Kunden wie mir. Dafür bekommen sie etwas Taschengeld. Der 14-jährige Levin etwa bastelt schon seit fast zwei Jahren dort an Rädern herum – und kennt sich inzwischen bestens aus. Als er mein Fahrrad sieht, kann er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Hast du überhaupt schon einmal was an dem Rad repariert?“, fragt er. „Oder mal den Rahmen geputzt?“ Ich bin ab und zu durch den Regen gefahren, denke ich. Dass ich so schlecht mit meinem geliebten Rennrad umgehe, ist mir ein bisschen peinlich.

Im Handumdrehen hat Levin das Hinterrad abgebaut und den alten Fahrrad-Schlauch durch einen neuen ersetzt. Nun hat der Reifen wieder Luft. „Dein Vorderlicht geht auch nicht“, sagt er. Das habe ich noch gar nicht gemerkt. Die kaputte Glühbirne ist rasch gewechselt. Hinter mir schrauben zwei Jungs an den Pedalen eines Mountainbikes herum.

Dann kümmert sich Levin um die Bremsen. Ein bisschen kann ich sogar mithelfen. Wir lösen zwei kleine Schrauben und ziehen das lange Kabel heraus, das die Bremsklötze am Rad mit der Handbremse am Lenker verbindet. Danach richtet Levin die Klötze neu aus und zieht das Kabel fest. Jetzt funktioniert die Bremse wieder richtig.

„Kette ölen, Sattel und Lenker einstellen, Reifen flicken. Es gibt viele Sachen, die jeder an seinem Fahrrad selber reparieren kann“, erklärt Levin. „Mit den Bremsen sollte man sich aber schon ganz genau auskennen.“ Schließlich muss man sich während der Fahrt immer auf seine Bremsen verlassen können. Nach anderthalb Stunden mit Levin in der Werkstatt ist auch mein Rennrad wieder fit.

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