Tiere : Axolotl im Klassenzimmer

Lenz und Jari  zeigen stolz ihre selbstgebastelten Socken-Axolotls, mit denen sie das Projekt in ihre Klasse geholt haben.
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Lenz und Jari zeigen stolz ihre selbstgebastelten Socken-Axolotls, mit denen sie das Projekt in ihre Klasse geholt haben.

Was es heißt, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen, testet eine vierte Klasse in Eutin mit einem Projekt des Sealife-Centers

shz.de von
08. Juli 2015, 01:15 Uhr

Sie sind nur wenige Zentimeter groß, leben im Wasser und können bis zu 30 Jahre alt werden: Axolotl sind Schwanzlurche, die in der Natur nur in mexikanischen Gewässern leben. Das Sealife-Center in Timmendorfer Strand züchtet die Tiere seit rund einem Jahr und gab sie gestern im Rahmen eines Schulprojektes an eine vierte Klasse der Gustav-Peters-Schule in Eutin.

Die zehn Mädchen und vierzehn Jungen waren sehr aufgeregt, als die Biologin Lisa Broockmann vom Sealife-Center mit zwei großen Wasserbehältern und den beiden Axolotl in die Klasse kam. Bis zum Beginn der Sommerferien müssen die Schüler jetzt auf die Larven Acht geben. Lisa Broockmann: „Wir wollen die Kinder so früh wie möglich an den Naturschutz heranführen. Hierbei können sie lernen, was es eigentlich heißt, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen.“ Gerade kurz vor den Sommerferien sei das immer wieder ein Thema, bestätigte Klassenlehrerin Barbara Kleinmann.

Auch beim Schulprojekt heißt es Verantwortung übernehmen, denn die etwa fingerlangen Tiere wollen auch am Wochenende versorgt werden. „Ihr müsst täglich die Wassertemperatur überprüfen. Axolotl mögen es nicht warm. Optimal sind 15 bis 21 Grad Celsius “, erklärte die studierte Biologin Lisa Broockmann. Auch die Wasserqualität, die Lüfter und Filter müssen kontrolliert werden. „Am besten organisiert ihr euch in Gruppen. Und gebt nie mehr als maximal zwei Trockenpellets pro Tier am Tag ins Aquarium. Mehr Hunger haben die Tiere nicht“, sagte Broockmann.

Das Aquarium steht im Klassenraum der 4k, direkt neben dem selbst gebastelten mit Socken-Axolotls, mit denen die Schüler sich beworben haben. „Das hat uns überzeugt“, sagte Sealife-Sprecherin Katrin Wischnewski. Schon mehrfach hatte sich die Klasse für ein Schulprojekt beworben. „Jetzt hat es endlich geklappt“, freute sich die Lehrerin.

„Wir erforschen auch ohne Axolotls die Natur und den See direkt vor unserer Haustür. Aber so eine besondere Art hat für die Schüler einen ganz anderen Anreiz. Hier können sie spielerisch lernen, was die Tiere brauchen, damit es ihnen gut geht und wie sie sich entwickeln“, sagte Barbara Kleinmann.

Und was ist das Spannendste an Axolotls? Jon (10): „Dass Organe und Gliedmaßen, wenn sie abfallen, einfach so wieder nachwachsen. Das ist schon cool.“ Die beiden Tiere sind übrigens noch zu jung, um das Geschlecht zu bestimmen. Die Schüler tauften sie deshalb auf Griezmann, nach einem Fußballspieler von Atlético Madrid, und Lucie.

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