Tiere : Auf der Suche nach den schläfrigen Koalas

Die Koalas leben hoch oben in den Bäumen. Dort sind sie gar nicht so leicht zu finden. Aber viele wollen die süßen Tiere sehen.
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Die Koalas leben hoch oben in den Bäumen. Dort sind sie gar nicht so leicht zu finden. Aber viele wollen die süßen Tiere sehen.

Hoch oben in den Eukalyptus-Bäumen Australiens sind besondere Tiere zu finden. Sie bewegen sich den ganzen Tag kaum vom Fleck.

shz.de von
22. Januar 2015, 01:01 Uhr

Es ist gar nicht so einfach, einen Koala zu finden. Mehr als eine halbe Stunde sind wir schon unterwegs. Es ist heiß, über 30 Grad Celsius. Um uns herum sind trockene Bäume und Felsen, im Hintergrund rauscht das Meer.

Wir sind auf Magnetic Island (gesprochen: mägnätik eiländ). Das ist eine kleine Insel vor der Ostküste Australiens. Hier sollen besonders viele Koalas in freier Wildbahn leben, hat man uns gesagt.

Auf Magnetic Island wachsen viele Eukalyptus-Bäume. Koalas futtern die Blätter dieser Pflanzen. Pro Tag können sie bis zu einem Kilo davon verdrücken. In den Ästen machen sie es sich zum Schlafen oder Dösen bequem.

Wir schauen deshalb die ganze Zeit nach oben. Irgendwo müssen sie doch sein! Wahrscheinlich haben sie sich tiefer im Wald versteckt, wo es etwas schattiger ist. Die Sonne blendet und wir sind schon etwas erschöpft von der Wanderung.

Aber halt, dort drüben muss etwas sein! Zwei Spaziergänger schauen neugierig zu einer Baumkrone. Psssst, machen sie, als wir uns nähern.

Und tatsächlich: Oben sitzen zwei Koalas in einer Astgabel, ein großer und ein kleiner. Wahrscheinlich eine Mutter mit ihrem Kind, vermuten wir. Die beiden hocken dort ein bisschen so wie zwei Leute auf einem Motorrad.

Das Kleine kuschelt sich dicht an den Rücken des großen Koalas und klammert sich von hinten am Fell fest. Der flauschige Hintern ist fest in die Astgabel gedrückt.

Mit ihren Knopfaugen, den großen Ohren und dem grauen Fell sehen sie ein bisschen aus wie Teddybären. Aber Koalas gehören gar nicht zu den Bären. Sie sind Beuteltiere wie viele andere Lebewesen in Australien. Zum Beispiel Kängurus oder Wombats. Diese Tiere haben kleine Beutel am Körper, in denen ihre Babys heranwachsen.

Inzwischen sind noch mehr Neugierige hinzugekommen und haben sich vor dem Baum versammelt. Alle wollen ein Foto von den beiden Tieren. Einige schrauben lange Objektive auf ihre Apparate, um noch bessere Bilder zu bekommen.

Die Tiere lassen sich von dem Geknipse nicht stören. Nur manchmal öffnet die Mutter ein Auge und guckt müde nach unten. Nach einer Weile streckt das Kleine sich ein bisschen, schaut kurz hoch und drückt die Nase dann wieder ins Fell der Mutter. „Die machen ja überhaupt nichts“, sagt ein Mann etwas enttäuscht.

Da sind die beiden aber keine Ausnahme: Koalas sind nicht gerade fleißig. Ein Tag hat 24 Stunden. Davon schlafen oder ruhen die Tiere etwa 20 Stunden. Erst wenn die Sonne untergegangen ist, machen sie sich gemächlich auf die Suche nach Nahrung. Dass Koalas herumtollen oder von Ast zu Ast springen, kann man also nicht erwarten.

Wir müssen uns damit abfinden, dass die beiden dort oben einfach nur vor sich hindösen. Die Reise zu den Koalas hat sich trotzdem auf jeden Fall gelohnt. Kuscheltiere im Baum sieht man schließlich nicht so oft.

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