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Sport : „Auf dem Platz ist egal, wer du bist“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ganz gleich ob beim Fußball oder in der Schule: Gemeinsam können Menschen vieles schaffen.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2015 | 01:56 Uhr

Feuer und Flagge zeigen für Inklusion, das haben am Sonnabend auf der Kieler Woche sehr viele Menschen getan. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen mitten im Leben dabei sein können: Niemand soll wegen Behinderung,   Krankheit,  Armut,  Nationalität oder sexueller Orientierung ausgegrenzt werden.

Für dieses Ziel wurde am Morgen im Olympiazentrum Schilksee eine Fackel entzündet und in mehreren Etappen in die Innenstadt getragen. Klar, dass die Strecke in Kiel auch über das Wasser führen würde! Das erste Stück ist die Inklusionsfackel daher an Bord des Segelboots Traumdrache gereist, das von Menschen mit und ohne Behinderung gesegelt wird. Die nächsten Etappe haben Drachenboote übernommen, dann Special-Olympics-Kanadier und Schwimmer. Dann ging es an Land weiter, zu Fuß und mit dem Rolli, quer durch das Getümmel und an der Kiellinie.

„Eine super Veranstaltung“, fand Ole (12). Sein kleinerer Bruder hat das Cri-du-Chat-Syndrom, kann nicht gut sprechen und hat viel Unsinn im Kopf. Beim Fackellauf aber passten alle zusammen auf, dass jeder mitkam und keiner in die Förde fiel. Gemeinsam geht eben vieles besser, als wenn jeder auf sich allein gestellt ist.

Die unkomplizierte Stimmung bei der Veranstaltung gefiel Ole besonders gut: „Der Jonas von den besonderen Fußballern hat mir sogar eine Schale Pommes spendiert!“ Jonas Becht ist ehemaliger Spieler und jetziger Team-Manager der „Cerebral-Palsy“-Fußballnationalmannschaft für Spieler mit Bewegungsstörungen. Er lief mit, weil er Sport für die Inklusion sehr wichtig findet: „Wenn ich Fußball spiele, vergesse ich alles um mich herum. Auf dem Platz ist egal, wer du bist.“

Das Ziel des Inklusionslaufes war die NDR-Bühne am Ostseekai. Dort nahm der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer die Fackel entgegen und zeigte damit seine Unterstützung für mehr Miteinander unter allen Menschen. Auch Uli Hase war da, der sich in Schleswig-Holstein als Landesbeauftragter um behinderte Menschen kümmert.

Von Kiel aus reist die Fackel weiter nach Berlin – dort endet im Juli der Fackellauf durch das ganze Land, den das Netzwerk Inklusion Deutschland zum ersten Mal auf die Beine gestellt hat. Bestimmt nicht zum letzten Mal!


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