Leben : Anschlag in Berlin: „Ihr macht uns keine Angst!"

Am Dienstag trauern viele Menschen in Deutschland um die Opfer des Anschlags. Sie legen Blumen nieder oder zünden Kerzen an dem Ort an, an dem der Anschlag geschah.
Am Dienstag trauern viele Menschen in Deutschland um die Opfer des Anschlags. Sie legen Blumen nieder oder zünden Kerzen an dem Ort an, an dem der Anschlag geschah.

shz.de von
20. Dezember 2016, 18:48 Uhr

Eigentlich sind Weihnachtsmärkte schöne Orte. Bunter Schmuck glitzert von den Buden, es duftet nach Bratwürsten und von überall ertönt Musik. Nach dem, was gerade in der Stadt Berlin passiert ist, bekommen einige Menschen bei dem Gedanken an Weihnachtsmärkte jedoch ein mulmiges Gefühl.

Dort passierte etwas Schlimmes: Ein Fahrer hatte absichtlich einen Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt gesteuert. Einige Menschen starben, viele wurden verletzt. Manche überlegen sich nun: Sollen wir jetzt noch auf einen Weihnachtsmarkt gehen? „Die Angst ist verständlich“, sagt der Experte Borwin Bandelow.

Es hilft, über Ängste ehrlich zu reden

Besonders, wenn man gerade erst von so einem Ereignis gelesen oder gehört hat, sitzen die Gedanken daran oft noch im Kopf. Doch daheimbleiben muss deshalb niemand, sagt der Fachmann. Wichtiger sei es, einen Weg zu finden, mit der Angst umzugehen.

„In jedem Fall hilft es, über seine Angst ehrlich zu sprechen“, sagt der Fachmann. Vielleicht mit den Eltern, einem Lehrer oder einer Tante. Gut ist, dann genau zu erzählen, wie es dir geht, welcher Gedanke dir Angst macht.

Zeig deiner Vertrauensperson etwa auch Artikel, die du zum Beispiel auf das Smartphone bekommen hast. Oder erzähle von Gesprächen, die du gehört hast. Gemeinsam könnt ihr überlegen, was ihr macht.

„Wer nicht mehr auf einen Markt oder ein Konzert gehen will, soll es auch lassen“, sagt Borwin Bandelow. „Wenn man dort keinen Spaß hat, macht es ja auch keinen Sinn.“ Das müsse jeder für sich entscheiden.

So ein Anschlag passiert sehr selten

Doch es hilft, zu wissen: „So etwas wie in Berlin passiert sehr, sehr selten.“ Vielleicht überlegt ihr auch einen Mittelweg. Ihr könntet etwa ausmachen: Wir gehen gemeinsam hin. Fühlt sich jedoch irgendwer unwohl, gehen wir alle wieder heim und es ist okay.

Viele Leute sagen in diesen Tagen jedoch auch: Wir gehen jetzt erst recht zum Weihnachtsmarkt. Sie wollen den Leuten, die so etwas machen, zeigen: Euer Plan geht nicht auf. Ihr macht uns keine Angst!

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