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Tiere : Ameisen auf der Speisekarte

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Man nennt ihn den „Specht mit der Räubermaske“. Dabei ist er sehr scheu. Trotzdem verdrückt er bis zu 2 000 kleine Krabbler am Tag.

„Wir müssen ein bisschen Geduld haben. Und ein bisschen Glück“, sagt Jürgen Hinke. Er schaut hinüber zu der gemähten Wiese im Park. Kommt er oder kommt er nicht? „Grünspechte sind sehr scheu“, verrät Jürgen Hinke. Also abwarten.

Manche nennen diesen scheuen Vogel auch den „Specht mit der Räubermaske“. Denn rund um seine Augen ist das Gefieder schwarz. Deshalb sieht es ein bisschen so aus, als würde er eine Augenmaske tragen.

Aber noch andere Dinge sind auffällig am Grünspecht: Die Federn auf seinem Kopf sind beispielsweise knallig rot. Sein Rücken und seine Flügel sehen dagegen gelblich-grün aus. „Damit ist er auf der Wiese bestens getarnt“, erklärt der Fachmann.

Doch bis jetzt ist kein Grünspecht in Sicht. Dabei wimmelt es auf der Wiese doch von seiner Leibspeise: Der Grünspecht frisst nämlich vor allem Ameisen. Etwa 2  000 Stück am Tag, schätzt der Fachmann.

Die Ameisen findet der Grünspecht am besten auf freien, offenen Flächen, wo das Gras nicht zu hoch wächst oder zu viele Bäume im Weg stehen: zum Beispiel am Rand eines Waldes, auf Wiesen mit Obstbäumen, in Gärten oder in Parks.

„Die Grünspechte wissen genau, wo die Ameisen-Nester sind“, sagt Jürgen Hinke. Jeden Tag machen sie ihre Runde und fliegen die Nester an, um zu fressen. Dabei plündere der Grünspecht das Ameisen-Nest aber nie ganz aus.

Mit seinem kantigen Schnabel bohrt der Specht zuerst in die Ameisen-Nester hinein. Dann kommt seine Zunge zum Einsatz: Sie ist etwa zehn Zentimeter lang und klebrig. Die Ameisen bleiben dann einfach an der Zunge kleben.

Das hätten wir gern beobachtet. Doch heute hatten wir kein Glück. Vielleicht zeigt sich der scheue Geselle beim nächsten Mal.

 

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erstellt am 17.Aug.2015 | 05:50 Uhr

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