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DDR : Als vor 25 Jahren die Mauer fiel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Felix möchte euch die Sache mit der DDR noch etwas genauer erklären. Deshalb hat er einen Experten zu dem Thema befragt.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2014 | 04:28 Uhr

Felix hat Elmar Moldenhauer(Foto) am Apparat. Elmar ist Leiter des Projekts „Schleswig-Holstein, Dänemark und die DDR“ an der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg. Übers Telefon stellt Felix Elmar viele Fragen zum Mauerfall von 1989 und zum Leben in der DDR. Der Mauerfall ist morgen 25 Jahre her. Seine Fragen hat Felix in Antworten umgewandelt. Hier erzählt er euch, was er rausgefunden hat:

Im Jahr 1949 bis 1989 existierte das Deutschland, wie wir es heute kennen, noch nicht. Es war in zwei Teile geteilt: die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die im Osten liegende Deutsche Demokratische Republik (DDR). In der DDR gab es für die Bürger viele Einschränkungen. Zum Beispiel konnte man viele Lebensmittel nicht kaufen. Presse- und Meinungsfreiheit gab es nicht, man durfte also keine Medien wie Bücher, Radio, Fernsehen oder Zeitung aus dem Westen nutzen. Außerdem machten sich die Menschen wegen der Überwachung Sorgen.

Ab 1961 verschärfte sich die Lage durch die Mauer und es wurde den Menschen verboten, die DDR zu verlassen oder auszureisen. Diese Mauer teilte Berlin. Die Grenzen zur BRD wurden durch den sogenannten Todesstreifen gesichert. Der Todesstreifen wurde von fast 30 000 Soldaten bewacht. „Damit war die Grenze zwischen Ost und West noch viel klarer. Für die Menschen, die fliehen wollten, war es fast unmöglich, diese Grenze zu überwinden“, sagt Elmar Moldenhauer.

In der DDR arbeitete das Ministerium für Staatssicherheit, kurz Stasi, welches aufpassen sollte, dass niemand eine schlechte Meinung gegen die DDR hatte. Falls man gegen eine Einschränkung, wie zum Beispiel Westzeitung zu lesen, verstieß, geriet man in das Visier der Stasi. Es wurde abgehört, was man am Telefon erzählte und man konnte sich nie sicher sein, ob gerade der eigene Nachbar einen bespitzelte und Informationen verriet. „Im Extremfall wurde man verhaftet. Dann führte der Weg in Untersuchungshaftanstalten, in denen man auch durch Folter zu einem Geständnis gezwungen wurde“, erklärt Elmar. „Die Stasi war der größte Geheimdienst, den es je gab.“ Heute darf jeder ehemalige DDR-Bürger sehen, ob in den Stasi-Archiven Akten über ihn existieren.

Im Jahr 1989 kam es zur Friedlichen Revolution. Dazu gehörten auch die Montagsdemonstrationen. Die Menschen kämpften friedlich mit demokratischen Mitteln gegen die Stasi und für mehr Freiheit. Ungefähr einen Monat später fiel die Mauer. Die Menschen aus der DDR konnten ausreisen und Verwandte wiedersehen, die sie seit Jahren nicht mehr getroffen hatten.

Ein Jahr später folgte die Wiedervereinigung Deutschlands und die Stürmung der Stasi-Zentrale. Elmar Moldenhauers persönliche Meinung zur DDR: „Die DDR war und bleibt ein Unrechtsstaat, der noch nicht lange hinter uns liegt. Es ist unserer aller Aufgabe, diese weiterhin aufzuarbeiten und dieses wichtige Kapitel der Geschichte nicht zu vergessen.“

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