Politik : Alle schauen auf Griechenland

Die Flaggen Griechenlands und Europas wehen vor dem Parlamentsgebäude in Athen.
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Die Flaggen Griechenlands und Europas wehen vor dem Parlamentsgebäude in Athen.

Eine Wahl, die alle Europäer interessiert.

shz.de von
23. Januar 2015, 01:49 Uhr

Heute und am Montag fällt in Griechenland die Schule aus. Dabei sind gerade gar keine Ferien. Hitzefrei haben die Schüler auch nicht. Der Grund ist ein anderer: Am Sonntag gehen viele Griechen zur Wahl. Sie wählen das Parlament, also die Parteien und Politiker, die in Griechenland das Sagen haben.

Viele Leute reisen wegen der Wahl in ihren Heimatort, manchmal sogar quer durchs Land. Die Wahl bringt auch den Kindern etwas: Damit die Wähler mehr Zeit haben, ist rund um das Wochenende schulfrei. Außerdem geben die Wähler ihre Stimmzettel oft in Schulgebäuden ab.

Viele Menschen sind gespannt, wie die Wahl ausgeht. Nicht nur in Griechenland, sondern in ganz Europa. Das hat mit der Lage in dem Land zu tun. Griechenland steckt seit mehreren Jahren in einer Krise.

Das Land hat hohe Schulden. Es hat sich viel Geld geliehen, etwa bei anderen Ländern. Diese möchten ihr Geld natürlich zurück.

In den letzten Jahren hieß es in Griechenland deshalb: sparen, sparen, sparen. Das bekamen auch die Menschen dort zu spüren. Viele verdienen weniger Geld als früher. Manche habe gar keine Arbeit mehr.„Die Menschen sind frustriert“, erklärt eine Expertin.

Eine Partei will sich besonders um diese Menschen kümmern. Die Politiker dieser Partei sagen: So kann es nicht weitergehen, Schluss mit dem Sparen. Das hieße aber, dass Griechenland nicht all seine Schulden zurückzahlen könnte. Das fänden die anderen Länder in Europa sicher nicht so toll.

Auch Politikern in Griechenland gefällt die Idee nicht. Sie sagen: Wir müssen unsere Schulden zurückzahlen – auch wenn es schwierig ist. Am Sonntag können sich die Menschen in Griechenland entscheiden, welche Politiker sie besser finden.

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