Tiere : Abbas und seine Raubtiere

Der 19-jährige Abbas ist beim Füttern nah dran an der Hyäne.
Der 19-jährige Abbas ist beim Füttern nah dran an der Hyäne.

Hyänen-Fütterung für Touristen im Land Äthiopien

shz.de von
16. Juni 2014, 01:10 Uhr

In freier Natur will niemand plötzlich Hyänen gegenüberstehen. Denn die Raubtiere sind dafür bekannt, dass sie ein starkes Gebiss haben. Hyänen leben zum Beispiel in großen Teilen Afrikas, etwa in dem Land Äthiopien.

Die Stadt Harar in Äthiopien ist für besondere Aktionen berühmt: Menschen füttern dort Hyänen. Dabei gehen sie besonders nah an die Raubtiere heran.

Einer der Hyänen-Männer ist Abbas. Der junge Mann ruft nachts Hyänen herbei – schon sein Vater hat das so gemacht. Abbas füttert die Tiere dann mit Fleischresten von Kamelen oder Ziegen.

Was er dabei macht, sieht ziemlich gefährlich aus: Er steckt Fleischreste auf ein Holzstöckchen. Das eine Ende des Stöckchens nimmt er in den Mund. Von der anderen Seite zupft sich dann eine Hyäne das Fleisch herunter. Er lässt die Raubtiere sogar auf seinen Rücken klettern.

Warum Abbas so etwas Gefährliches macht? Zum einen bringt es seiner Familie Geld. Denn beim Füttern ist Abbas nicht allein. Urlauber begleiten ihn und zahlen Geld dafür, das Raubtier-Spektakel zu sehen. Manche Touristen werfen den Hyänen dann selbst etwas zu fressen hin.

Zum anderen hatte Abbas' Vater vor vielen Jahren mit dem Füttern der Hyänen angefangen, weil er sein Vieh schützen wollte. „Ich bemerkte, wie eine Hyäne immer um unser Grundstück herumschlich – also habe ich ihr Knochen und Tierhaut und Fleisch zugeworfen, um sie davon abzuhalten, meine Tiere anzugreifen“, erzählt der Vater. Im Laufe der Jahre machte ihn die Fütterei bekannt. Und nun füttert auch sein Sohn Abbas die Tiere – und unterhält damit nachts Touristen.

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