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Würzburg Panthers : Kein Auswärtsspiel für Madiama Diop

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Der Asylbewerber Madiama Diop ist Führungsspieler der Würzburg Panthers. Die Football-Mannschaft muss bei Auswärtsspielen jedoch ohne ihn auskommen – wegen der Residenzpflicht in Bayern.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2014 | 09:45 Uhr

Würzburg | Er ist der Führungsspieler der Würzburg Panthers: Der Football-Spieler Madiama Diop. Doch zum einem Auswärtsspiel nach Bamberg darf er von Würzburg aus nicht fahren. Der Senegalese und Asylbewerber bekommt von der Regierung in Mittelfranken keine Ausnahmegenehmigung.

Das Problem: Im Freistaat Bayern dürfen Asylbewerber ihren Regierungsbezirk nicht ohne Ausnahmegenehmigung verlassen. Die strenge Residenzpflicht gibt es heute nur noch in Bayern und in Sachsen. Diop fehlte also seinem Team, weil er bei der Reise in das rund 90 Kilometer entfernte Bamberg seine Residenzpflicht verletzen würde. Beim American Football liege der Schwerpunkt ohnehin auf dem Freizeitwert der Veranstaltung. Eine unbillige Härte läge insofern nicht vor, so die Regierung. Eine Begründung, die nun für Empörung sorgt.

Der Würzburger SPD-Abgeordnete Georg Rosenthal nennt es „die Maske der Unmenschlichkeit“ und kritisiert, dass ein Asylbewerber sich offenbar nicht mal in seiner Freizeit vergnügen dürfe. Verantwortlich dafür sei die Politik der Staatsregierung, die an der Residenzpflicht für Flüchtlinge festhalte, so der Politiker. Der Abgeordnete macht Druck für die Aufhebung der Residenzpflicht für Asylbewerber in Bayern.

In Würzburg hat der Fall Madiama Diop eine Welle der Solidarität ausgelöst. Der Senegalese trägt normalerweise die Nummer 45. Die Panthers haben daher auf ihrer Facebook-Seite zahlreiche Fotos von Spielern, Trainern und Zuschauern veröffentlicht, die ein Trikot mit der Nummer 45 in die Höhe halten.

Der 29-jährige Diop ist seit eineinhalb Jahren in Deutschland, seine Familie lebt im Senegal. Für die Panthers spielt er seit vier Monaten. Bislang darf er aber nur zu Heimspielen antreten. In dieser Angelegenheit gebe es „derzeit keinen neuen Sachstand“, teilt die zuständige Regierung von Mittelfranken der Süddeutschen am Montag mit. Man sei an die Rechstlage gebunden.

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