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„Social News“ : Katzenbilder waren gestern: Das Phänomen Buzzfeed

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Auf der Konferenz „Online Marketing Rock Stars“ in Hamburg spricht Buzzfeed-Gründer Jonah Peretti über die Zukunft sozialer Medien. Buzzfeed ist eines der erfolgreichsten sozialen Nachrichtenportale - und steht für witzige Inhalte. Künftig soll in seriöse Nachrichten investiert werden.

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erstellt am 21.Feb.2014 | 13:58 Uhr

Hamburg | Heute findet im Stage Theater Hamburg die Konferenz „Online Marketing Rock Stars – Konferenz für smartes und modernes Online Marketing“ statt.  Einmal pro Jahr treffen sich seit 2009 die größten „Marketing-Macher“ am Hafen in Hamburg. Dieses Jahr sind rund 1800 Branchenkenner dabei, um bei der Mischung aus Konferenz und Festival über die wichtigsten Dinge aus der Online-Marketing-Szene zu diskutieren. 20 nationale und internationale Sprecher teilen ihr Wissen mit den Besuchern.

Mit dabei ist Jonah Peretti, Gründer von „Buzzfeed“ und Co-Gründer des Nachrichtenportals „Huffington Post“. Er gilt als einer der weltweit erfolgreichsten Vermarkter von digitalen Inhalten. Er weihte die Besucher am Freitagmorgen in seine Geheimnisse ein und zeigte, wie das Internet inhaltlich künftig an vielen Stellen funktionieren wird.  

Zu Beginn war Buzzfeed Anlaufpunkt für Sammlungen niedlicher Katzenbilder, lustiger Webfundstücke und Hitlisten (Listicals), wie „27 Dinge, die du wirklich denkst, wenn du Eiskunstlauf siehst“ oder „Alles was du über die Aufstände in Venezuela wissen musst“. Heute verfolgt Buzzfeed immer noch Internetphänomene, treibt aber den Einstieg in den seriösen Journalismus immer weiter voran. Buzzfeed sucht immer weiter nach Investigativ-Journalisten. Die Redaktion sei 180 Mann stark, sagte Peretti. „Einer unserer Reporter ist gerade in Kiew“, um über die dortigen Unruhen zu berichten.

Mit der Mischung aus Bildersammlungen, Hitlisten und Exklusivnachrichten hat die Online-Plattform ein erstaunlich großes Publikum erobert. Die Artikel werden zum Großteil von Nutzern geschrieben und von einer Redaktion betreut. Alle Inhalte sind für das Teilen in sozialen Netzwerken optimiert. Vorbei seien die Zeiten von Suchmaschinenoptimierung, denn der Gründer Jonah Peretti baut auf das Teilen in sozialen Netzwerken. Im November 2013 hatte Buzzfeed bereits 120 Millionen Besucher. 60 Prozent davon sind zwischen 16 und 34 Jahre alt. Zwei Drittel der Besucher kämen über Links auf die Seite, die ihre Freunde oder Bekannten per E-Mail oder auf Sozialen Netzwerken geteilt hätten, erklärt Peretti. „Inhalte werden auf eine neue Art genutzt, und zwar um sich anderen mitzuteilen.“

Buzzfeed Nachrichten sind bebildert, mit großer Schrift. Sie sind plakativ, direkt und animieren zum Teilen. Buzzfeed selbst bezeichnet sich als „soziale Nachrichtenseite“ mit „Entertainment Charakter“. Nur Nachrichten, die auch wirklich geteilt werden, werden auch publiziert. Die Seite ist einfach aufgegliedert. Es gibt die Kategorien „Nachrichten“, „Entertainment“, „Life“ und „Video“. Das ist an sich noch nichts besonderes, aber Buzzfeed verleiht den Emotionen seiner Leser zusätzlich Ausdruck. Artikel sind nach Emotionskategorien sortiert. Egal ob Langeweile, Ärger, Empörung, Freude, Unverständnis, Belustigung, Wut oder Abscheu: Eine „Reaktionsleiste“ unter den Beiträgen soll die Nutzer dazu animieren, ihre Reaktionen gleich per Knopfdruck zu zeigen. Die Artikel werden dann nach Leserreaktionen sortiert. So kann jeder das finden, was er sucht. Buzzfeed macht also Dinge, die Menschen weitersagen.

Die BuzzFeed Emotionsleiste: Wie fanden Sie den Artikel?
Die BuzzFeed Emotionsleiste: Wie fanden Sie den Artikel? Foto: Screenshot buzzfeed.com
 

Die Inhalte verbindet BuzzFeed mit dem sogenannten „Social Content Advertising“. Da etwa 75 Prozent der Nutzer der Webseite zu den Menschen zählen, die besonders viel teilen und auch mit dieser Intention Buzzfeed besuchen, ist es für Werbetreibende äußerst attraktiv, auf Buzzfeed zu werben. Dabei werden bestimmte Inhalte zum Beispiel von „Cottonelle“ oder der Zeitung „USA Today“ präsentiert. Die Markenbotschaft wird so ins Web hinausgetragen, denn Artikelinhalt und Marke passen zusammen.

Noch ist Buzzfeed nur in englischer Sprache in den USA, Großbritannien und Australien zu finden. Das Portal gibt es zusätzlich auf Spanisch, Portugiesisch (Brasilien) und Französisch. Eine deutschsprachige Version ist zwar im Gespräch, einen Termin gibt es aber nicht. „Ich glaube, es gibt viele Möglichkeiten, eine Version von Buzzfeed für Deutschland zu machen“, sagte Buzzfeed-Chef Jonah Peretti am Freitagmorgen auf der Konferenz. „Wir haben bereits eine Million Leser in Deutschland und wir veröffentlichen keine deutschsprachigen Inhalte.“ Er wolle nach Deutschland und in andere Länder expandieren, sagte Peretti.

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