Schiffsunglück in Südkorea : Kapitän und Crew der „Sewol“ vor Gericht

Der Prozess gegen die Verantwortlichen beginnt. Das Fährunglück riss etwa 300 Menschen in den Tod.
Der Prozess gegen die Verantwortlichen beginnt. Das Fährunglück riss etwa 300 Menschen in den Tod.

Am Dienstag beginnt der erste Prozess gegen die Verantwortlichen des Schiffunglücks der Fähre „Sewol“. Der Kapitän und drei andere Besatzungsmitglieder sind wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt. Ihnen droht im schlimmsten Fall die Todesstrafe.

shz.de von
10. Juni 2014, 14:23 Uhr

Seoul | Im ersten Prozess um den Tod von etwa 300 Menschen beim Untergang der südkoreanischen Fähre „Sewol“ müssen sich der Kapitän und 14 weitere Crewmitglieder vor Gericht verantworten. Der Kapitän und drei andere Besatzungsmitglieder sind wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt.

Der Prozess begann am Dienstag vor dem Bezirksgericht in der südwestlichen Stadt Kwangju, wie südkoreanische Sender berichteten. Zahlreiche Angehörige von Opfern des Unglücks seien mit Bussen angereist.

Die Ermittler werfen dem Schiffsführer, zwei Offizieren und dem leitenden Ingenieur vor, nichts für die Rettung der Passagiere getan zu haben. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht ihnen die Todesstrafe. Gegen die elf anderen leitenden Besatzungsmitglieder hatte die Staatsanwaltschaft Anklage unter anderem wegen Fahrlässigkeit erhoben.Bei der Katastrophe am 16. April vor der Südwestküste des Landes kamen mindestens 292 der 476 Menschen an Bord ums Leben. Noch immer gelten zwölf Insassen als vermisst. Am 20. Juni soll auch der Prozess gegen fünf angeklagte Vertreter der „Sewol“-Reederei beginnen, berichtete der Rundfunksender KBS. Sie müssen sich wegen Totschlags und anderer Vorwürfe verantworten, hieß es in dem Bericht.

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