Kita-Skandal in Tornesch : Jungen zwingen Mädchen zu Sex-Spielchen

'Unvorstellbares' geschah hinter den Zäunen und Mauern der DRK-Kindertageseinrichtung in Tornesch. Foto: Brameshuber
"Unvorstellbares" geschah hinter den Zäunen und Mauern der DRK-Kindertageseinrichtung in Tornesch. Foto: Brameshuber

Entsetzte Eltern, bestürzte Erzieherinnen: Im DRK-Kindergarten in Tornesch (Kreis Pinneberg) soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Die Täter sollen fünf Jahre alt sein.

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07. Juni 2011, 09:03 Uhr

Tornesch | Die Täter sollen zwei fünf Jahre alte Jungen, Opfer zwei vier und fünf Jahre alte Mädchen sein. Sie hätten sexuelle Handlungen an den Jungen vornehmen und an sich vornehmen lassen müssen. "Ich bin schockiert", sagte die Kita-Leiterin Nadine Joswig. Sie bestätigt die Vorfälle, spricht von Grenzüberschreitungen.
Zu den erzwungenen Sexspielen soll es im Gruppenraum, in den Kuschelhöhlen, gekommen sein - nach Aussage der Mädchen immer wieder. "Niemand hat etwas bemerkt", betont Joswig. Die 35-Jährige weist den Vorwurf der Verletzung der Aufsichtspflicht zurück. Man könne die Jungen und Mädchen nicht rund um die Uhr kontrollieren.
Durch Fantasie der Eltern hochstilisiert?
Die Mutter eines betroffenen Mädchens spricht dagegen von "unhaltbaren Zuständen" in der Kita. Sie hat gegen die drei Erzieherinnen und die Kita-Leitung Strafanzeige gestellt - wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. Die Kriminalpolizei ermittelt. Eine zweite Mutter berichtet, dass ihre Tochter zu den Sexspielen genötigt und während der Übergriffe sogar festgehalten worden sei. "Das alles übersteigt meine Vorstellungskraft."
Kindergartenleiterin Joswig hat nach Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe die Kita-Aufsicht des Kreises informiert. Zudem sei der "Wendepunkt" in Elmshorn, eine Beratungsstelle gegen Missbrauch von Kindern, eingeschaltet worden. DRK-Kreisgeschäftsführer Reinhold Kinle will von einem Skandal nichts wissen. "Diese Entwicklungsphase ist bei Kindern normal. Die Erwachsenen stilisieren solche Vorfälle erst durch ihre Fantasie hoch."
Alles nur Doktorspielchen? Solche Übergriffe könnten zu massiven Verängstigungen und Vertrauensverlusten bei den Mädchen führen, wenn sie gegen ihren Willen geschehen sind, sagt der Experte Peer Briken, Direktor des Hamburger Instituts für Sexualforschung an der Uniklinik Eppendorf.
Die Eltern der Opfer sind wütend. Die Kuschelhöhlen wurden inzwischen abgebaut.
(shz)

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